Facebook: Gruppe 'Alstercampus' - Social Media contra Baulärm

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Betroffene aus St. Georg koordinieren & organisieren via Facebook

Der Ärger über den Lärm solidarisiert sich bei Facebook in der nicht öffentlichen Gruppe ‘Alstercampus’. Dem Bau des Großprojekts ‘Alstercampus’ in Hamburg St. Georg geht ein Monate langer Abriss voraus. Der neue ‘Alstercampus’, an der Außenalster zwischen den Hotels Atlantic und Le Royal Meridien gelegen, wird durch den aufwändigen Abriss und Neubau die Anwohner ein paar Jahre unter Stress setzen. Die für St. Georg riesige Baustelle wird in zwei Bauabschnitten acht Neubauten, fünf Büro- und drei Wohngebäude, umfassen. 100 Wohnungen, Büros, Gastronomie und eine neue Verbindung von St. Georg zur Außenalster soll geschaffen werden.

Vorlauf ‘Alstercampus’

  • Den Ablauf zwischen Juli 2007 und Februar 2009 kann man recht detailliert und dennoch sachlich komprimiert inkl. Bildern im Deutschen Architektur Forum nach lesen.
  • Im Juli 2007 gab es ein knapp 30 Sekunden langes Video bei Hamburg1 mit einem Überblick über das betroffene Areal: St. Georg: Entstehung Alstercampus

Durch die Fläche von knapp 13.000 Quadratmetern sind eine große Anzahl von Nachbarn in Hamburg St. Georg von den lärmenden Abriss- und Baumaßnahmen betroffen. Ohrstöpsel sind nur eine Möglichkeit sich gegen den Lärm zu wehren.

Die Gruppe ‘Alstercampus’ bei Facebook

Mit derzeit über 40 Mitgliedern hat sich eine moderne virtuelle Bürgerbewegung inkl. eigenem sozialen Medium und Diskussionsforum gegründet. Unabhängig von Terminen und mühselig zu vereinbarenden Treffpunkten kann rund um die Uhr und von überall her Stimmung & Meldung gemacht werden.

Sowohl akute Beobachtungen als auch konkrete Rechtsfragen werden innerhalb der Gruppe geteilt und kommentiert. Die schnelle Publikation & Kommunikation der Ereignisse ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Aspekte bei einem solchen virtuellen Schulterschluss: Man ist dem nervigen Baulärm nicht alleine ausgeliefert, sondern kann zumindest virtuell aktiv werden.

Mitglied in der Facebookgruppe ‘Alstercampus’ werden

Die Mitgliedschaft in der Gruppe ‘Alstercampus’ bei Facebook erhält man entweder per Emaileinladung eines Mitglieds oder man ist als Benutzer bei Facebook angemeldet und beantragt per Knopfdruck auf der Gruppenseite die Mitgliedschaft.

PRO & CONTRA einer geschlossenen Gruppe bei Facebook

Abseits der ganzen berechtigten Datenkrakendiskussion rund um Facebook gibt es ein paar Aspekte, die man als virtuelle Bürgerbewegung beachten sollte. Ein genereller CONTRA-Punkt vorweg:

  • Datenschutz Facebook verbirgt recht effizient alle tiefer gehenden Datenschutzeinstellungen. Gegenüber Facebook-Neulingen hat eine Gruppe also auch eine gewisse moralische Aufklärungspflicht. Es gibt keine Ein-Knopf-Einstellung ‘Ich will nur in dieser Gruppe Mitglied sein und sonst nichts mit Facebook zu tun haben’.

PRO geschlossene Gruppe bei Facebook

  • Web of trust Man baut über eine geschlossene Gruppe, wo Mitgliedschaft nur auf Antrag oder per Einladung möglich ist, ein Netzwerk des Vertrauens auf.
  • Halbwegs vertrauliche Kommunikation möglich Man kann innerhalb einer nach außen geschlossenen Gruppe auch einmal Inhalte erörtern, die nicht für jedermann bestimmt sind. Beim Veröffentlichen von Inhalten sollte man dennoch nicht den gesunden Menschenverstand ausschalten. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
  • Rudimentär sind bei Facebook viele Werkzeuge für eine Zusammenarbeit vorhanden. Facebook ist stark darin die Grundformen der einfachen Kommunikation abzubilden. Zusätzlich können Fotos, Audio- und Videodateien in Beiträge eingebunden werden. Interessant bei der Gruppe ‘Alstercampus ist, dass auch ein paar Dokumente per Facebook gepflegt werden z.B. ein Lärmprotokoll und eine Auflistung von Kontaktadressen. Komplexere Formen der Projektarbeit verlangen allerdings nach spezialisierten Lösungen außerhalb der Facebook-Welt.

CONTRA geschlossene Gruppe bei Facebook

  • Öffentlichkeitsarbeit Ist eine Gruppe offen von außen zugänglich, dann erledigt sich die Öffentlichkeitsarbeit über die Gruppenaktivität fast von alleine. Nicht zuletzt ist Abschottung ein negativer Faktor bei der Mitgliederwerbung.
  • Transparenz nach außen Die Frage ‘Wer seid ihr eigentlich?’ erledigt sich bei Facebook dadurch, dass die Gruppenmitglieder von ‘Alstercampus’ einsehbar sind. ‘Was macht ihr da eigentlich?’ ist schwieriger, weil die Inhalte bei einer geschlossenen Gruppe geschützt sind. Von außen lässt sich also nicht ‘mal eben’ z.B. eine Historie der Gruppenaktivitäten nachvollziehen.
  • Datenschutz Eine einfache Suche bei Google nach Facebook + Datenschutz offenbart einen reichen Fundus an Negativmeldungen. Datenschutzsensible Naturen werden einen weiten Bogen um Facebook machen. Wie Facebook reagiert, wenn Anwälte Einblick verlangen ist auch nicht verbindlich geklärt. Generell sind natürlich auch Gruppennamen problematisch; man denke z.B. an Markennamen.

Facebook, im Zusammenhang gemeint als einfaches Werkzeug zur Vernetzung, spielt bei der Gruppe ‘Alstercampus’ eindeutig seine kommunikativen Stärken aus. Die Zugangsschwelle ist extrem niedrig und für die vielen Leute, die bereits ein Konto bei Facebook haben, nicht vorhanden. Die Bedienung ist entweder bereits bekannt oder zumindest recht selbsterklärend.

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Veröffentlicht am 25. Januar 2011 von Markus Merz

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