Termine am/zum Hansaplatz: Treffen der Hansaplatz Initiative & GAL-Einladung zum Bürgergespräch

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Baustelle Hansaplatz in Hamburg St. Georg

So geht Politik an und mit der Basis (und das ist auch ganz gut so)

Beim Stadtteilbeirat Hamburg St. Georg am 26.10.2010 präsentierte sich die Hansaplatz Initiative, eine neu gegründete Interessenvertretung von einigen Anwohnern rund um den Hansaplatz.

Breiter in Erscheinung getreten ist die Hansaplatz Initiative mit einer Unterschriftensammlung unter dem Namen “Initiative Sperrgebiet Hansaplatz” für ein friedliches Miteinander am und um den Hansaplatz. Nach eigener Aussage konnten von Freitag 22.10.2010 bis zur Stadteilbeiratssitzung am 26.10.2010 bereits ca. 400 Unterschriften gesammelt werden. Seitdem wird fleißig weiter gesammelt.

Unterschriftensammlung “Initiative Sperrgebiet Hansaplatz”

Die jetzt als Hansaplatz Initiative (oder anders herum) Auftretenden stellen sich bei der Unterschriftensammlung so vor:

Wir sind eine Initiative von Menschen, die unmittelbar am Hansaplatz und in den Nebenstraßen wohnen und arbeiten. Dabei haben wir uns hier mit der Kenntnis angesiedelt, dass das Viertel ein historischer Kiez ist und mehr Lebensfacetten anzutreffen sind als in anderen Stadtteilen.

Als Inhalt unterschrieben die Unterzeichner:

Seit der EU Osterweiterung 2007 erleben erleben wir aber hier einen Wandel der Szene durch Mafia-Organisationen mit Menschen- und Drogenhandel. Unser Engagement soll auf politischer und behördlicher Ebene den notwendigen Druck erzeugen, damit die Kriminalität nachhaltig bekämpft wird und unser Stadtteil nicht in Kürze gänzlich kippt. Wir wollen menschenwürdige Verhältnisse für alle, den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen sichern sowie ordentliche Vorraussetzungen für die Ansiedlung einer bunten Vielfalt von Geschäften, Gastronomie und Gewerbe am und um den Hansaplatz.

Wir fordern die konsequente Umsetzung der bestehenden “Sperrgebietsverordnung” – keine öffentliche Anbahnung/Prostitution mehr auf den Straßen zum/am Hansaplatz, verbunden mit einer Bußgeldverordnung für Freier.

Quelle: Abgeschrieben von der Unterschriftensammlung “Initiative Sperrgebiet Hansaplatz” wie am 26.10.2010 beim Stadtteilbeirat Hamburg St. Georg ausgelegt.

“Hansaplatz beleuchten” am 11.11.2010

Zu einem Termin “Hansaplatz beleuchten” am verregneten & stürmischen Abend des 11.11.2010 kamen gut 50 interessierte Menschen auf den Hansaplatz. Man unterhielt sich, es gab eine kurze Rede, ein Dudelsackspieler spielte und man zog einmal mit Lichtern & Laternen rund um den Hansaplatz.

Im Gegensatz zum Text auf der Unterschriftenliste war die Ankündigung schon deutlich weniger radikal/kontra formuliert und nicht so stark auf Krawall gebürstet. Hier ist der Flyer zur Hansaplatz Beleuchtungsaktion (Flash, PDF) nach zu lesen.

GAL-Einladung zum Bürgergespräch am 26.11.2010

Farid Müller, der Bürgerschaftsabgeordnete der GAL mit der Zuständigkeit für St. Pauli, St. Georg, Hamm, Horn, HafenCity, Neustadt, Altstadt und Borgfelde, er ist halt gewählter Bürgerschaftsabgeordneter für den Wahlkreis Hamburg Mitte im Rathaus, hängt sich mit einem Bürgergespräch zur Lage rund um den Hansaplatz an das Thema dran.

Termine zur Lage am Hansaplatz

Abgesehen vom Stadtteilbeirat, der sich regelmäßig & öffentlich mit der Lage am Hansaplatz beschäftigt, gibt es im November 2010 und Dezember 2010 ein paar Termine im Vor Ort Büro am Hansaplatz (Zimmerpforte 8). Jeder Interessierte ist eingeladen:

  • Hansaplatz Initiative: Donnerstag 19:30, den 18.11.2010
  • Farid Müller und Linda Heitmann (Gesundheits- und frauenpolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion): Freitag 20:00, den 26.11.2010
  • Hansaplatz Initiative: Donnerstag 19:30, den 2.12.2010
  • Hansaplatz Initiative: Donnerstag 19:30, den 16.12.2010

Kommentar

Politisch positiv gesehen wird allgemein, dass sich Anwohner am Hansaplatz für den Platz und Umgebung einsetzen. In Form einer ebenfalls offenen Initiative tut das ja bereits erfolgreich & fokussiert ‘Kultur statt Kameras’ unter dem informativ tragenden Dach von hansaplatz.de.

Der polarisierende Ton und die krawallige Konfrontationshaltung, wie sie bei der Unterschriftenliste der Hansaplatz Initiative heraus zu hören sind, müssen verschwinden.

Auch die vermeintliche Allzweckwaffe Polizei kann nicht über Gebühr strapaziert werden. Wer ständig die Polizeiwache anruft, der sollte dann bitte auch das Rückgrat zeigen und als Zeuge für vermeintliche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten bereit stehen.

Am Hansaplatz gefragt sind ein langer Atem und der Wille zur Kooperation, wenn man den Platz zum gemeinsamen Wohnzimmer St. Georgs machen möchte.

Nachtrag: S.a. Kommentar beim Einwohnerverein Hamburg St. Georg Wann wird der Hansaplatz endlich fertig?

Veröffentlicht am 16. November 2010 von Markus Merz
Georg Fries | 23. Dezember 2010 | Direktlink

Die ganze Umgestaltung des Hansaplatzes sieht, um das modische Wort zu benutzen, sehr nach “gentrifizierung” aus. Reichere, junge Leute ziehen hierher, wie man das einst im Schanzenviertel erlebte, die Mieten steigen wie in der Langen Reihe dramatisch, und alte Bewohner werden von dieser “coolen Szene” im Laufe der Jahre verdrängt, wie es im Schanzenviertel geschah.
Da es sich um recht selbstbewußt spießige Leute handelt, die in den letzten Jahren hergezogen sind, rufen sie gern nach der Polizei. Man will die armen Leute und das nunmal seit immer zum Hauptbahnhof gehörende Rotlichtviertel irgendwo in die Außenbezirke vertreiben… Ich wohne seit 8 Jahren am Hansaplatz und kann nicht bestätigen, daß es seit der EU-Osterweiterung gewaltige Veränderungen gegeben hat. Die größten Veränderungen hier gab es, was man gerne verschweigt, als der Rechtsaußen-hardliner Schill in Hamburg mitregierte. Da der Herr nicht als “tischfein” gilt, geruht man darüber nicht gerne zu reden… Zwangsprostitution, wo immer, ist furchtbar; der Initiative geht es aber nicht wirklich um Zwangsprostitution. Man möchte die Prostitution und die armen Leute schlicht an den Stadtrand vertreiben. Es geht es um einen “coolen, sauberen Hansaplatz”, wie gekonnt-geschult immer man das umschreibt. Damit gäbe es keine einzige Zwangsprostituierte weniger. Sie wären nur vom Hansaplatz verschwunden. Genauso hat Herr Schill nicht die Drogenszene verkleinert, sondern sie nur in andere Stadtteile vertrieben…
Eher paßt das Stichwort “dirty chic” – man möchte in einem “verrufenen” Stadtteil wohnen, und verleibt ihn sich dann ein, ein in dieser Form neueres, zweifelhaftes Phänomen in großen Städten. Irgendwann zieht man dann weiter, weil es nicht mehr cool ist – wie man in Berlin von Friedrichshain dann langsam nach Neukölln zog.

Ein “friedliches miteinander” sähe anders aus. Man würde die tolerieren, die schon länger hier sind, statt sie langsam zu vertreiben, und würde sich dem unglaublich schwierigen Problem z.B. der Zwangsprostitution generell annehmen, statt nur “not in my backyard”-Politik zu betreiben.

O. Möller | 3. Januar 2011 | Direktlink

Ich möchte mich nur bei Herrn Georg Fries bedanken! Genau das passiert im Moment am Hansaplatz und Umgebung. Bei unserer Wohnungssuche waren 15-18 € nicht die Seltenheit.
Lasst den HansaPlatz wie er ist! Wir mögen das! nebenbei; Ich wohne schon seit 20 jahren im Stadtteil. Juppies und doppel Einkommer ohne Kinder bleibt weg!

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