Medien: Abschlachten von Zivilisten als Frage der Perspektive

Ressort: artikel · Kategorien: , · Blättern: ·
Stichworte: , ,

Amazon: Bestseller , Preis-Hits , Suche nach Medienkompetenz

Die Frage der Woche oder: ‘unsere’ objektiven Medien und das Internet

Und die üblichen Verdächtigen schweigen so laut, dass es in den Ohren dröhnt. Die Kritik in Worte gefasst hat Don Alphonso. Auf seinem Privatblog Rebellen ohne Markt stellt er die entscheidende Frage.

Wir erinnern uns kurz an die Propaganda & den Medienkrieg rund um die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak, die berühmten weapons of mass destruction kurz WMD. Am Montag stellte Wikileaks die Webseite Collateral Murder online:

5th April 2010 10:44 EST WikiLeaks has released a classified US military video depicting the indiscriminate slaying of over a dozen people in the Iraqi suburb of New Baghdad – including two Reuters news staff.

Gewohnt kurz & knackig schlägt Don Alphonso zu und dreht mal eben die Perspektive um. Was wäre dann wohl in ‘unseren’ Medien los gewesen?

Wir sind die Guten

Oder so: Was hätte eigentlich die amerikanische Regierung unter dem Verbrecher Bush gemacht, wenn sie ein Video gehabt hätte, in dem irakische Helikopterschützen ahnungslose Zivilisten mit zynischen Kommentaren ermordet hätten?

Wie auch immer: Solange keiner von den Verantwortlichen von den mutmaßlichen Tätern bis zu den Vertuschern des Massakers vor Gericht steht, kann man sich ein gutes Bild davon machen, was “Change” unter Obama bedeutet. (Und wo sind jetzt eigentlich unserer alten Amerikafreunde und Demokratieretter der Neocon-Blogszene? Was sagt da denn so ein Broder oder was da sonst noch immer die Zivilisation im Munde hat? Und wollte nicht Frau Merkel da mal mitmachen?)

Quelle (oben leicht editiert d. Red.): Wir sind die Guten

Kurzinfo zu Wikileaks

Michael Seemann hat Sinn & Zweck von Wikileaks in seinem FAZ Blog CTRL-Verlust zusammen gefasst (Link s.u.):

Auf Wikileaks kann jeder anonym Dokumente einreichen. Es will die zentrale Anlaufstelle für die so genannten “Whistleblower” sein. Informationen anonym verbreiten geht im Internet zwar nicht erst seit Wikileaks, jedoch geht Wikileaks ein paar Meilen weiter, als nur eine anonyme Veröffentlichungsplattform für jedermann zu sein.

  1. Wikileaks überprüft die Echtheit von Dokumenten und veröffentlicht auch nur solche. Selbst geschriebene Dokumente, Erfahrungsberichte und “Geschichten” aller Art müssen draußen bleiben.
  2. Wikileaks legt aller größten Wert darauf, die Anonymität ihrer Quellen zu gewährleisten. Dazu gehören nicht nur die vielfältigen Angebote zur anonymen Einreichung, sondern auch Methoden zur nachträglichen Anonymisierung von Datenspuren an Dokumenten, etc.
  3. Was Wikileaks außerdem bietet, ist eine weitgehend internationale Infrastruktur. Ein über viele Länder verteiltes Servernetzwerk sorgt dafür, dass Dokumente trotz Repressionsversuchen oder gerichtlicher Verfolgung mehrerer Staaten, zugänglich bleiben können.

Medien, Wikileaks & die Beschäftigung mit Sendern und Empfängern

Gedankenfutter zum Wochenende

Rund um das Thema Collateral Murder sind diese Woche einige interessante medienkritische Artikel erschienen, die sich mit der Veröffentlichung dieses geheimen US-Militärvideos durch Wikileaks beschäftigen.

Veröffentlicht am 9. April 2010 von Markus Merz

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu:

Sie können textile in Ihrem Kommentar verwenden.
Hinweise: 1. Die Kommentare werden vor Freigabe geprüft und das Einstellen urheberrechtlich geschützter Werke ist verboten. 2. Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden.