Hamburg: Platzverbot für Spitzensportler im Hammer Park Stadion (5 Archivfotos)

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Hammer Park, Leichtathletikstützpunkt in Hamburg gesperrt

Wut und Enttäuschung macht sich breit bei trainingswilligen Leichtathleten in Hamburg. Angeblich durch die Witterung bedingt, ist die Sportanlage Hammer Park derzeit auf unabsehbare Zeit nicht nutzbar. Leichtathleten, die mit den internen Umständen vertraut sind, sprechen vom Versagen des Bezirksamt Mitte bzw. beim Sportamt. (Info: Die Fotos sind vom November 2009)

Pikant ist an der jetzigen Situation, dass die Fußballer des FC Hamm United alle Anlagen im Hammer Park – Anlage, Flutlicht und Umkleiden inkl. Duschen – weiterhin ungehindert zum Training nutzen können, während sich die Leichtatleten vor verschlossenen Türen zum Training einfinden und weder Umkleideräume noch Duschen zur Verfügung stehen.

Der Hickhack entzündet sich anscheinend vordergründig am Platzwart, der jetzt im Winter Überstunden abbaut und deswegen die Trainingsanlagen der Leichtathleten nicht in halbwegs benutzbarem Zustand erhalten kann. Die Leichtathleten grummeln allerdings schon länger über die Zustände im Hammer Park Stadion und die jetzige Schließung ist wohl nur der Tropfen, der gerade das Fass zum Überlaufen bringt. Hier eine deutliche Wortmeldung eines Mitglieds der Läufergruppe ‘RoadRunner’:

Man hat sich mittlerweile auch bundesweit daran gewöhnt, dass das Stadion Hammer Park nur noch ein Mahnmal für den Niedergang der Leichtathletik in der ‘Sportstadt’ Hamburg ist, wie das Hamburger Abendblatt bereits im Juni 2009 berichtete. Für Hamburg, immerhin Dauerbewerber für die Olympischen Sommerspiele, sicherlich kein Ruhmesblatt!

Der Hammer Park ist neben der Jahnkampfbahn einer von zwei Leichathletikstützpunkten Hamburgs. Nach Tribühnenbrand, Sanierungsstopp, Blockadepolitik und schlechter Platzpflege ist dieser Stützpunkt leider nur noch eine traurige Sportruine. Auch hieran haben wir RoadRunner uns, wenn auch oft schmerzlich, gewöhnt, ist es doch immer unsere sportliche Heimat gewesen.

Nun soll aber Schluss sein! Seit dem 18.12.09 baut nun der Platzwart seine Überstunden ab. Weder wurde der Verein über diese Situation informiert, noch für Ersatz gesorgt. Kurzum wir stehen seitdem zu den Trainingszeiten vor verschlossenen Türen! Welche Ignoranz ist dies gegenüber einer Gruppe von ca. 30 Hamburger Leistungssportlern, von denen etliche mit Landestiteln dekoriert sind?

Quelle: Hier bündelt sich die Wut auf Senat, Politiker, Bezirksamt und die zuständigen Beamten in über 60 Kommentaren: RoadRunner ohne sportliche Heimat

Schwelender Ämterstreit zwischen Bezirksamt und Sportamt?

Die betroffenen Sportler wird es derzeit nicht interessieren, aber es scheint auf Verwaltungsebene auch noch das eine oder andere Problem zu existieren. Sollten durch die aktuelle Vereisung der Laufbahn und weiterer Trainingseinrichtungen der Leichtathleten noch mehr Schäden entstehen, dann sieht es für die Zukunft des Hammer Park Stadions bzw. der Leichtathletik an dieser Sportstätte wohl eher düster aus. Ein Absatz in einem Artikel im Hamburger Abendblatt macht die schwierige politische und finanzielle Situation im Hammer Park Stadion bereits im Juni 2009 deutlich:

Die Brandschäden zu beheben aber kann nur der Anfang sein, wie Rainer Hansen, zuständiger Abteilungsleiter im Sportamt, feststellt: “Der Zustand des Stadions ist jämmerlich, es mangelt an Pflege. Dabei ist der Hammer Park nach der Jahnkampfbahn der wichtigste Leichtathletikstandort der Stadt.” Für den Betrieb der Anlage sei das Bezirksamt zuständig. Dort spielt man den Ball wieder zurück. Schreiber: “Mein Eindruck ist, dass das Sportamt die Leichtathletik auf die Jahnkampfbahn umleiten will.” Für eine Instandsetzung der Anlage brauche man Geld, das aus dem Sportamt kommen müsse. Die derzeit zur Verfügung stehenden Mittel seien “nicht auskömmlich”.

Quelle: Leichtathletik – Bewegung im Streit um Hammer-Park-Stadion

Nachtrag 18.1.2010: Stadion Hammer Park wieder geöffnet

Herr Lange vom Bezirksamt Hamburg-Mitte hat uns mitgeteilt, dass die Anlage ab sofort wieder für uns geöffnet ist. Damit können die Roadrunner ab dem morgigen Dienstag wieder ihr gewohntes Training durchführen und sich auch wieder in den Umkleidekabinen statt in den Autos umziehen.

Quelle: Roadrunnerteam Hammer Park

OK, die Sache mit dem Zugang zu den Umkleideräumen zu den Trainingszeiten der Leichtathleten hat sich kurzfristig lösen lassen. Es dürfte klar sein, dass in Zukunft weiterhin konkret zwei Sachen im Argen liegen, über die im öffentlichen Interesse geredet werden muss:

  1. Zustand der Sportstätten im Stadion Hammer Park
  2. Zustand der Leichtathletik in Hamburg

Und man kann im Sinne der Sache nur raten, dass die Sportler aller dort vertretenen Sportarten aufhören übereinander und über die zuständigen Ämter zu lästern. Stattdessen sollten alle Vereine & Sportarten, die den Platz nutzen, sich an einem Tisch versammeln und ihre Interessen abstimmen. Danach sollte man dann Sportamt, Bezirksamt und sonstige Lokalpolitiker dazu holen, um eine einvernehmliche Lösung im Rahmen der politischen und finanziellen Möglichkeiten zu schaffen.

Links und Lesezeichen

Aufregung um Sperrung der Sportanlage Hammer Park

  • Roadrunnerteam Hammer Park: Roadrunner heimatlos. Bezirksamt sperrt Sportanlage und lässt Leichtathleten im Stich. Siehe Meldung am 14. Januar 2010: Stadion Hammer Park derzeit gesperrt
  • Hamburg ist keine Sportstadt!
  • Stadion Hammer Park gesperrt
    • Das Stadion am Hammer Park, einer der wenigen verbliebenen Leichtathletikstützpunkte in Hamburg, ist jetzt auch bedroht. Weil die Stadt Hamburg die Trainingsanlage nicht mit den notwendigen Ressourcen ausstattet, ist eine fachgerechte Betreuung und Wartung der Anlage derzeit nicht gegeben. Dass die technischen Mittel zum Räumen der Bahn ebenso wie ein Platzwart vorhanden sind, ist für die Stadt kein Anlaß die Leichtathletikanlagen zu räumen und den Leichtathleten ein Training wie bspw. in der Jahn-Kampfbahn zu ermöglichen. Auch die Dusch- und Umkleidemöglichkeiten stehen der Leichtathletik nicht zur Verfügung. Nachdem die Stadt zunächst eine unbürokratische Verbesserung in Aussicht gestellt hatte, erfolgte jetzt mit der offiziellen Sperrung ein Zementieren des bisher nur schlecht organisierten Status Quo. Wohin das führen soll, ist zunächst noch unklar.

Allgemein

Artikelfotos von einem Spaziergang im Hammer Park im November 2009.

Veröffentlicht am 17. Januar 2010 von Markus Merz

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