Wie kann ich das Hamburger Abendblatt kostenlos im Internet lesen?

Amazon: Bestseller , Preis-Hits , Suche nach Paid Content

(oder) Der Tag, an dem mir das Hamburger Abendblatt Angst machte

Weinen, Zähneklappern und Kundenbeschimpfung. Den Abendblatt Leser für dumm verkaufen und hoffen, dass Niemand genauer hin sieht. Der 15. Dezember 2009 wird also der Stichtag bleiben, an dem der Axel Springer Verlag in Hamburg und Berlin das Onlineabo einzuführen versuchte. Sollen sie das Geschäftsmodell des Onlineabos beim Hamburger Abendblatt ruhig machen. Warum auch nicht?

Abendblatt.de gibt es jetzt als Abonnement

Bitte lesen Sie dies:

  1. Hamburger Abendblatt, Matthias Iken abendblatt.de gibt es jetzt als Abo. Selten gab es öffentlich eine weinerlichere Kundenbeschimpfung im Mediensektor.
  2. Stefan Niggemeier erwidert: Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt Anscheinend glauben die Verantwortlichen beim „Abendblatt”, die Redensart vom „Selbstmord aus Angst vor dem Tode” sei keine Warnung, sondern ein Ratschlag.
  3. Nachtrag: Christian Stöcker auf spiegel.de zum gleichen Themenkomplex: Springer-Chef schimpft auf ‘Web-Kommunisten’

Der kostenlose Artikel von Stefan Niggemeier ist eine Arbeitserleichterung für mich. Hier nur zur Ergänzung ein paar Anmerkungen wie man kostenlos beim Hamburger Abendblatt alle Artikel lesen kann, ohne gleich ein Onlineabonnement abzuschließen.

Hamburger Abendblatt führt ‘ein Klick für Lau’ Unbequemlichkeit ein

Wenn man bei einer Suchmaschine der Wahl, am häufigsten fällt die Wahl auf Google, nach Hamburger Regionalthemen sucht, dann bekommt man in den Trefferlisten Artikel vom Hamburger Abendblatt gelistet. Klickt man diese z.B. in der Google Suche an (und schickt diese Herkunft per Referrer mit), dann landet man beim vollständigen Artikel (ohne Referrer nicht). Bei einem solchen Klick steht also die Bezahlschranke vom Hamburger Abendblatt weit offen. Diese Besucher durch die Hintertür der Suchmaschine will der Axel Springer Verlag holen und haben.

Das lustige Modell ist Absicht und heißt “Der erste Klick ist entgeltfrei”. Diese Klickfalle funktioniert aber z.B. nicht mit den auf vielen Webseiten, auch auf Sankt-Georg.Info, verteilten Links zum Hamburger Abendblatt. Man landet mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt auf einer ‘bezahlen Sie jetzt’ Seite. Das lässt bei mir persönlich die Lust das Hamburger Abendblatt zukünftig zu verlinken gegen Null sinken. Andere Betreiber von Webseiten und Blogs dürften das ähnlich sehen. Da funktionierende Links eine wichtige Währung/Empfehlung im Internet sind und Google viele Links mit einer guten Platzierung in den Suchergebnissen belohnt, wird es interessant sein zu sehen, wie zukünftig erscheinende Artikel vom Hamburger Abendblatt gelistet sein werden.

Die Achillesferse von “Der erste Klick ist entgeltfrei”

Die first click free for web search policy ist von Google abgesegnet und entsprechend finden sich hier auch die verwundbaren Stellen, die das kostenlose Hamburger Abendblatt online weiterhin ermöglichen. Die Achillesferse des Hamburger Abendblatt ist ein offizieller Tarnkappenmodus: The page displayed to all users who visit from Google must be identical to the content that is shown to Googlebot. Ob sich das Hamburger Abendblatt mit der praktischen Umsetzung dieser Richtlinie einfach nur stumpf in den Fuß geschossen hat, das wird die Zukunft zeigen.

Dass man über die Google Nachrichtenseite und die Google Websuche und wohl auch über den Google Reader problemlos die Bezahlschranke beim Hamburger Abendblatt überspringen kann, das hat Stil, schlechten Stil, aber es ist immerhin ein Lacher. Außerdem kann man sich ja einfach mal als der von den Verlagen angeklagte große Bösewicht Google verkleiden, also man gibt sich z.B. einfach als Google aus oder tut so, als käme man von einer Googleseite und – Schwupps, hier haben wir die Achillesferse in Scheunentorgröße vor uns – ist die Bezahlschranke einfach nicht mehr da.

Nachtrag: Google änderte “First Click Free” (FCF) zum 1.12.2009 ein wenig

Google sagt im Webmaster Central Blog im Artikel Changes in First Click Free am 1. Dezember 2009: … we’ve decided to allow publishers to limit the number of accesses under the First Click Free policy to five free accesses per user each day. This change applies to both Google News publishers as well as websites indexed in Google’s Web Search.

Zum 1. Dezember hat Google, als eines der Zugeständnisse die sie an die Content-Provider gemacht haben, diese Regelung geändert. Seit diesem Datum gibt es die eingeschränkte First-Click-Free-Regelung, die es den Content-Providern erlaubt, nach einer bestimmten Anzahl von Klicks am Tag, die von Google-Seiten kommen auch die Seite die auf diesen First-Click hin angezeigt wird hinter die Paywall zu legen. Als Minimum müssen allerdings 5 Clicks pro Tag frei sein.

Quelle: Abendblatt und das ‘Google-’ resp. ‘Googlebotloch’

Wie die Zählung der besagten fünf kostenlosen Klicks vorgenommen werden und welche (kleinen) Änderungen das Aushebeln erfordert, liegt sinnvollerweise in der Verantwortung des Mediums. Das Alles ändert leider gar nichts an der prinzipiellen Achillesferse; der technisch versierte Nutzer wird sich zu helfen wissen und der Rest ärgert sich oder bezahlt.

Hamburger Abendblatt kostenlos lesen – User Agent umstellen

Der kostenlose Tarnkappenmodus zum online-abo-freien Lesen des Hamburger Abendblatts lässt sich im empfehlenswerten und ebenfalls kostenlosen Internetbrowser Firefox einfachst realisieren. Jedes anständige Internetprogramm schickt beim Anfordern einer Webseite eine Identifizierung mit, damit der Webserver evtl. die Ausgabe an die Fähigkeiten des Programms anpassen kann. Diese Identifizierung heißt ‘User Agent’ und das Programm, das die Internetseiten für Google abholt, identifiziert sich auch mit einem spezifischen User Agent z.B. als Googlebot 2.1 mit diesem Ausweis: Mozilla/5.0 (compatible; Googlebot/2.1; +http://www.google.com/bot.html).

Das Hamburger Abendblatt lässt den Googlebot 2.1 auf jeden Fall problemlos und kostenlos passieren, weil man ja in den Suchergebnissen bei Google gefunden werden möchte. Für Firefox gibt es das kostenlos herunterladbare Add-On User Agent Switcher, mit dem man den Firefox in einen beliebigen Tarnkappenmodus versetzen kann. Praktischerweise ist der Googlebot 2.1 von Haus aus in der praktischen Erweiterung definiert.

Chris hat auf F!xmbr den Artikel zum Thema Be Google und der Journalismus öffnet seine Tore zur Hand.

Hamburger Abendblatt kostenlos lesen – Referrer umstellen

Auch die Methode, die Herkunft umzustellen, funktioniert. Ich habe das einfach mal von Hand, von Google aus ausprobiert. Mit Google-Referrer sah ich alle Hamburger Abendblatt Artikel und ohne Referrer baute sich die mautpflichtige Bezahlschranke auf. Die von mir ungetestete Firefox Erweiterung, um das je nach Webseite dauerhaft einzustellen ist RefControl 0.8.13.

Hamburger Abendblatt kostenlos lesen – Referrer + User Agent umstellen

Derzeit ist die Kombination aus Google Herkunft und Google User Agent beim Hamburger Abendblatt nicht nötig, aber wie man sieht problemlos lösbar. Sollte das Hamburger Abendblatt weitere Einschränkungen vornehmen, dann wird man höchstwahrscheinlich gegen Googles oben zitierte “first click free for web search policy” verstoßen müssen. Das Internet wird sich das Spielchen interessiert anschauen.

Nachtrag: mobil.abendblatt.de zeigt auch kostenloses Hamburger Abendblatt

Die Angst vor der Unfähigkeit des sogenannten Qualitätsjournalismus

#Qualitätsjournalismus Mit einem Online Zugang haben Sie zusätzlich Zugriff auf alle kostenpfichtigen Artikel. #Abendblatt (Quelle: identi.ca/notice/16789781)

Das kleine Rechtschreibfehlerchen da oben jedoch, ein Zitat von jeder zahlungspflichtigen Seite beim Hamburger Abendblatt, das macht Angst, zeugt es doch von der Vergänglichkeit des Qualitätsjournalismus. Wer in seiner Kernkompetenz, dem korrekten Schreiben kurzer Fakten, solche Fehler durchgehen lässt, der sollte die eigenen Ansprüche überdenken. Es ist ein winziges Zeichen, aber dieses eine alle kostenpfichtigen Artikel steht stellvertretend für viel mehr.

Um Chris von F!xmbr zu zitieren(Absätze eingefügt):

Da sind schon Internet-Experten am Werk, die den Menschen das neue Internet erklären wollen. Mensch, vor lauter Ehrfurcht wage ich es kaum, diesen Artikel online zu stellen. Diese offensichtliche Inkompetenz macht schon ein stückweit Angst.

Im Internet kennen wir uns von F!XMBR und seine Leser ja nun ein klein wenig aus. Doch was ist mit Thematiken, die man täglich in der Zeitung liest und von denen man weniger Kenntnis besitzt?

Ist bei solchen Dingen das Versagen auch offensichtlich? Vertrauen wir einer Institution, der Vierten Gewalt, völlig zu unrecht? Die Wahrscheinlichkeit ist verdammt groß. Je öfter ich die Mächtigen dieser Republik über Dinge philosophieren höre, die mir selbst nicht ganz unbekannt sind, sträuben sich mir die Nackenhaare – um es mal ganz diplomatisch auszudrücken… ;-)

Diese Inkompetenz, dieser sogenannte Qualitätsjournalismus und dazu noch die Geldgier und selbstherrliche Arroganz der Verlage, Stichworte Leistungsschutzrecht & Kulturflatrate, gepaart mit technischer Dummheit in der Politik, Stichwort Zensursula, das ist der Grund für den Untertitel:

Der Tag, an dem mir das Hamburger Abendblatt Angst machte

Veröffentlicht am 15. Dezember 2009 von Markus Merz
Schreberspacken | 21. Februar 2010 | Direktlink

Durch das Umstellen des Agents auf den Google-Bot sind die Seiten z.Zt. – zumindest von meinem Laptop aus – nicht mehr zugreifbar. Der Umweg über mobil.abendblatt.de und nachfolgendes Durchklicken funktioniert noch. Aber wie Sie schon schreiben: Warum sollen Leser sich die Mühe machen, Umwege zu Beiträgen zu finden, die immer oberflächlicher recherchiert sind?
Danke für diesen guten Artikel!

Sach ich nich | 14. Oktober 2010 | Direktlink

Ganz einfach den UserAgent umstellen auf: Msnbot

Stefan | 10. Dezember 2010 | Direktlink

Msnbot funktioniert zumindest bei mir nun auch nicht mehr. Und was nun?

Martin | 31. Dezember 2010 | Direktlink

Hallo,
der User agent funktioniert wieder nicht. somit muss man den artikel einfach über google suchen um ihn zu lesen. nervig – eigentlich sollte man das abendblatt bojkottieren. würde ich über eine kostenlose konkruenz freuen!!!!

Antwort: Kleiner Tipp: Das www gegen mobil austauschen bringt immerhin die Mobilseite zutage.

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