Herbst II.: Elbphilharmonie Baustelle im Hafen Hamburg (5 Fotos)

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Im Dunst ahnt man die Millionen nur

Griesig recken sich die Kräne über die, nach grauer Allerweltsbaustelle aussehende, entstehende Elbphilharmonie auf der Kehrwiederspitze im Hamburger Hafen. Nicht wenige der Hamburger Steuerzahler werden sich eine Wiederkehr der an diesem Herbstmorgen nur zu erahnenden Millionen Euro wünschen, die in diesen Leuchtturm-Bau ungeplant versenkt werden.

Die Skyline der Hafencity ist kein paradiesischer Anblick an diesem grauen kalten Herbstmorgen. Man möchte nicht mit den dort oben in der Kälte beschäftigten Bauarbeitern tauschen, obwohl sich genau das wahrscheinlich viele Arbeitslose wünschen werden. Die Herren der Banken und die Herren der Hamburger Finanzen werden sich in Zukunft gerne in der bei Bedarf geheizten Limousine vor der für sie günstigen Elbphilharmonie vorfahren lassen. Der sich aufwärmende untersubventionierte Obdachlose in der warmen U3 hatte jedenfalls keinen Blick übrig für das zukünftige Hamburger Juwel als die U-Bahn vom Rödingsmarkt Richtung Baumwall und Landungsbrücken fuhr.

Hamburger Schmuddelfinanzen, Hamburger Schmuddelprojektplanung und Hamburger Schmuddelwetter vermischen sich in diesem Anblick am Hafen Hamburg allerliebst. Warmer Bonusregen auf dem internationalen Finanzparkett und Bürgermeisters gerade etwas feucht aussehenden Leuchtturm-Projektträume vereinen sich in Gedanken mit dem gierigen Schlucken eines Hamburger Versandhauses, das die u.a. menschlichen Teilchen eines anderen Pleite gegangenen Versandhauses gerade im Moment spottbillig übernehmen möchte. Das Gurgeln der abfließenden Steuermilliarden in Richtung Verursacher der weltweiten Finanzkrise paßt gut zu den Geräuschen der Elbe im Dunklen unter dem Ponton. Man möchte gar nicht so genau wissen, was sich hinter den Kulissen bei den Insolvenzverwaltern, Generalunternehmern und Verwaltern des öffentlichen Vermögens abspielt. Der Steuerzahler zahlt und die Hamburger Haute-Volée träumt feuchte Träume von Sydney und zukünftigen Touristenströmen vor der Elbphilharmonie.

Billige und kostenlose Symbolik bietet das schwarz-gelbe ‘Zutritt verboten’ Schild, dass frei zugänglich den hinteren Teil der Überseebrücke absperrt. Farblich passend liefert die gewählte politische Spitze aus Berlin billige, aber nicht kostenlose, herrschaftliche schwarz-gelbe Meinungshoheitssymbolik ab. Ein Schattenhaushalt dürfe keinesfalls Schattenhaushalt genannt werden. Stattdesssen bekomme das Volk einen ordentlichen transparenten Nebenhaushalt geliefert. Kostenlos dazu gibt es anscheinend zukünftig die soziale Kälte in Form von Pauschalerstattungen für real existierende volatile Lebenskosten. Nach der Selbstverständlichkeit bei der Berechnung der höheren Kosten der Elbphilharmonie an den Steuerzahler – nix da mit versprochener Kostenpauschale – zu urteilen, werden auch zukünftige Kostenrechnungen der Elbphilharmonie nicht gerade auf Hartz IV. Kostenrechnungsniveau statt finden.

Der Himmel grau, die finanzielle Zukunft diesig verhangen und die politischen Farben verwaschen und ausgedünnt. Kurz, ein typisches Wetter für Hamburg Liebhaber.

Veröffentlicht am 23. Oktober 2009 von Markus Merz

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