Hamburg St. Georg: Eine Stunde fliegende grün-weiße Minarette für die Centrum-Moschee (7 Fotos)

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Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg Grün-weiße Minarette auf der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg

Entspannte Anlieferung zweier grün-weißer Kunstwerke

Hamburg St. Georg ist eine Brutstätte der religiösen Außer-gewöhnlichkeiten. 2006 spendeten die rund 20.000 polnischen Katholiken, die in Hamburg leben, für das erste deutsche Denkmal von Papst Johannes Paul II., das am 23. April 2007 neben dem Katholischen Dom in Hamburg St. Georg eingeweiht wurde.

Heute, am 6. September 2009, erhielt die Centrum-Moschee in der Böckmannstraße das weltweit erste Doppelpaar Minarette, das von oben bis unten mit leuchtend grünen Sechsecken verziert ist. Auch dieses außergewöhnliche Kunstwerk wurde mit Mitteln aus der Gemeinde der Gläubigen finanziert.

So wie die Einweihung des Papstdenkmals eine mächtige Menge an Zuschauern hatte, so wurde auch die Anlieferung und Aufstellung der beiden Minarette von einer großen Menschenmenge verfolgt. Als das erste grün-weiß lackierte Minarett, auf überlangem Schwertransporter vom Steindamm aus Richtung Lübecker Straße kommend, kurz vor halb zwölf mittags in die Lindenstraße einbog, waren Straße und Bürgersteige voll mit Menschen.

Sehr angenehm und auffallend prosaisch wurde der feierliche Akt der fliegenden Minarette gar nicht religiös pompös zelebriert, sondern im Stile einer alltäglichen Baumaßnahme durchgeführt. Zwei Autokräne und die Aktivitäten der Arbeiter bestimmten die Szenerie. Ramazan Ucar (Foto re.), der Imam der Centrum-Moschee in Hamburg St. Georg, wuselte entspannt um die Minarette herum und der verantwortliche Künstler Boran Burchhardt (Foto li.) hatte das Handy am Ohr und kümmerte sich um Organisatorisches.

Natürlich lag ein wenig mehr Spannung in der Luft als beim Transport einer Dachklimaanlage, als Hunderte von Zuschauern, diverse Fernsehteams und Fotografen verfolgten wie erst der kleinere Autokran, vor dem Lindenbazar in der Lindenstraße stehend, den Fuß des ersten Minaretts anhob und dann in fein choreographierter Zusammenarbeit mit dem riesengroßen und unglaublich hohen zweiten Autokran, im Innenhof des Lindenbazars neben der Moschee stehend, das waagerecht liegende Minarett in der Luft ausbalancierten, um es dann langsam und behutsam in der Einfahrt des Lindenbazars in die Senkrechte zu bringen. Es war ein wenig wie beim Start einer Rakete, nur dass statt Rauch aus den Steuerdüsen, Überreste des Sandstrahlens aus einigen Öffnungen am Kopf des Minaretts staubten.

Sobald die jetzt grün-weiße Stahlröhre, beide Minarette wurden ursprünglich 1992 auf der Hamburger Sietas Werft gefertigt, auch so ein wahrscheinlich religiös weltexklusiver Fakt, 20 Meter hoch und 7,1 Tonnen schwer, stabil am Doppelgeschirr hängt, dass an angeschweißten Ringen auf Höhe des ‘Balkons’ befestigt ist, wird das in der Sonne blendende Minarett über das Dach des Lindenbazars in Richtung Centrum-Moschee gehoben und geschwenkt.

Als die Stahlröhre sich auf das Moscheedach senkt, stülpt sie sich über Arbeiter, die in Feinstabstimmung mit dem Kranführer, die filigrane Aufgabe haben mit den Löchern im Fuß des Minaretts genau die fest stehenden Schraubbolzen des Minarettfundamentes zu treffen (Falsch: Korrektur s.u.). Nach Befestigung der ersten Schraubmuttern klettert ein Arbeiter die Leiter im Inneren empor und löst das Tragegeschirr des Südturms.

Korrektur: Es gibt keine fest stehenden Schraubbolzen. Das war eine falsche Erinnerung meinerseits. Mittels fest stehender Passerbolzen (Foto) werden die Minarette aufgesetzt und dann Minarett und Fundament (Foto) verschraubt.

Danach wiederholt sich dasselbe Procedere für den Nordturm und gut eine Stunde nach Beginn ist die Schau der fliegenden Minarette vorläufig Geschichte.

Die Brutstätte der religiösen Außergewöhnlichkeiten, Hamburg St. Georg, hat eine weitere geschichtsträchtige Kunstaktion gesehen.

Nachtrag – Ausstellung zur Aktion in der Moschee

Eine Ausstellung im Kuppelsaal wird ebenso am gleichen Tag um 16 Uhr eröffnet werden und steht allen Interessierten offen.

Die Ausstellung wird vom 10. September bis einen Tag nach dem Tag der offenen Moscheen, also bis zum 4. Oktober andauern und Do/Fr 14 – 18 Uhr, Sa/So 12 – 16 Uhr zu besuchen sein. Ort: Centrum – Moschee, Böckmannstr. 40, 20099 Hamburg

Quelle: centrum-moschee.de

Veröffentlicht am 6. September 2009 von Markus Merz
Kollege Mark vom Hamburger Sommer | 7. September 2009 | Direktlink

Sehr gut. Da habe ich was verpasst. Dolle Sache!

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