Der Bundesvorsitzende der Piraten geht gegen den Justizgruftie der CDU KO. Ringrichter vom Bayernkurier

Ressort: artikel · Kategorien: , · Blättern: ·
Stichworte: , ,

Amazon: Bestseller , Preis-Hits , Suche nach Parteien

Piratenpartei: Bringen die digitalen Ureinwohner frisches Blut in die Bundespolitik?

Mehr als den Titel braucht man eigentlich gar nicht zu schreiben, wenn man die sportlich unfaire und einseitige Diskussionsrunde auf Phoenix gestern Abend kurz zusammen gefasst wegmicrobloggen will. Die Partei der digitalen Ureinwohner, wobei Ureinwohner übrigens das absolute Gegenteil von bösen Piraten sind, das aber nur als Denkanregung nebenbei, erlebte auf dem Nebenplatz bei Phoenix ein Kommunikationsdisaster allerersten Ranges und das war auch gut und lehrreich so!

Dirk Hillbrecht, Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland, bekam gegen die zwei kollaborierenden Politprofis keinen Fuß auf den Boden. Scholz und Minhoff spielten sich geschickt die Schlagworte zu. Wenn Hillbrecht ansetzte einen Programmpunkt der Piratenpartei zu entwickeln, dann spielte Minhoff lächelnd, aber brachial, den dazwischen grätschenden Unterbrechungsprofi. Scholz als Politikprofi der alten Schule brauchte nicht einmal die Samthandschuhe auszuziehen und hatte auch das Timing der 45 Minuten bestens im Griff.

Gegen Ende der Sendung gab es dann den doppelten technischen KO für den unter doppeltem Dauerangriff stehenden Bundesvorsitzenden der Piratenpartei. Scholz belegte ungestört das Thema ‘Das Internet ist kein rechtsfreier Raum’ und Minhoff nahm sich den Rest der Sendung um Hillbrecht mit dem Thema Jörg Tauss boulevardesk schwindlig zu spielen, ohne Hillbrecht auch nur einmal ungestört zu Wort kommen zu lassen.

Eine durchaus sehenswerte, wenn auch grausame, Lehrstunde für alle politisch Aktiven der Piratenpartei. Zum Glück spätabends beim Nischensender und ohne jeden medienwirksamen Skandal.

Lakonisches und treffendes Fazit:

lanu : hab den oberpiraten auf #phoenix gesehen. neue frisur, andere klamotten und mehr angriff. dann können wir es nochmal versuchen. :)

Wer die Sendung (noch) nicht gesehen hat; es geht um Folgendes:

Phoenix – ‘Unter den Linden’ am 22.6.2009 22:15

Christoph Minhoff diskutiert mit Prof. Rupert Scholz (CDU, ehem. Bundesminister der Verteidigung und Staatsrechtler) und Dirk Hillbrecht (Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland) zum Thema: “Unter Piraten – Wem gehört das geistige Eigentum?”.

Mehr bei phoenix.de. Dort wird auch ein Videostream der Sendung angeboten. Modem/ISDN-Qualität reicht völlig.

Um auch das ‘Ringrichter vom Bayernkurier’ aufzulösen

Catenaccio Moderator Christoph Minhoff hat eine journalistische Vergangenheit in Bayern (Bayernkurier, Bayerischer Rundfunk, ZDF-Landesstudio in München) und ist seit 1. März 2005 Programm-Geschäftsführer bei Phoenix.

Links und Lesezeichen

Einer der Uropas dieser digitalen Einwohner Europas reizte mich um 22:46 zu folgendem Kalauer:

m1 : Und schon wieder keine Mehrheit bei der B-Tagswahl :-) “@dondahlmann : Umgeschaltet. Schickt das nächste Mal fefe.” !piratenpartei

Mehr meiner Livekommentare bei FriendFeed/merz1 zu ‘Piratenpartei’. Mit ‘fefe’ ist einer der besten deutschen Politikaufspießer der digital natives gemeint. In seinem einflußreichen und viel zitiertem Journal blog.fefe.de listet Felix von Leitner Fehltritte und Verschwörungstheorien auf.

  • Das persönliche Blog von Dirk Hillbrecht
  • Interessantes Suchergebnis bei freitag.de zu Piratenpartei: 10 Artikel, 15 Blogbeiträge und 7 User mit Piratenpartei in der Beschreibung.
  • Vor der Sendung verfasst und deswegen haarscharf am Thema des Artikels vorbei, aber lesenswert: wirres.net Gute Gründe Böses zu tun
  • Und wo wir gerade von der Schaffung einer Internetzensurinfrastruktur reden, da poppen gleich die üblichen Verdächtigen auf: Nokia/Siemens für Menschenrechtsverletzungen im Iran mitverantwortlich. Es geht zwar ‘nur’ um den Iran, aber wie man liest ist die Hard- und Software für eine Internetzensurinfrastruktur käuflich erwerbbar. Nebenbei: Im Artikel wird vergessen, dass die Technik auch die Überwachung aller Kommunikationswege ermöglicht inkl. totaler Handyüberwachung (stand bei der BBC).
Veröffentlicht am 23. Juni 2009 von Markus Merz

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu:

Sie können textile in Ihrem Kommentar verwenden.
Hinweise: 1. Die Kommentare werden vor Freigabe geprüft und das Einstellen urheberrechtlich geschützter Werke ist verboten. 2. Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden.