MPHIL - Kann das bitte mal Einer weg machen?

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Macht sprachlos. In einer Sprache, die jeder versteht

Beim Frühstück blättere ich, ein wenig lustlos noch den Tag anfangend, durch die Ausgabe des SZM vom 22. Mai 2009 und stolpere über eine einspaltige Anzeige, die groß für MPHIL KONZERTE09 wirbt. Im Vorwort des SZM wird angekündigt, dass PDJK jetzt Auskünfte zu Fragen klassischer Musik per Videokolumne erteilt und die doppelseitige Anzeige von BMW liefert den Untertitel für diese Polemik.

MPHIL, DSCHAU, PDJK, SZM und BMW: Was soll der Quatsch?

OK, drei der Großbuchstabenabkürzungen sind erfunden und BMW steht für Bayerische Motorenwerke, aber was bitte ist MPHIL? Emmpfill, empfiehl (Was?), wofür bitte steht diese Wortmarke?

Ganz unten in der einspaltigen, schwarz unterlegten Anzeige wird die Wortmarke wiederholt und das Rätsel dunkelgrau auf schwarz in kaum lesbaren Großbuchstaben aufgelöst: Münchner Philharmoniker.

Klar, super eingängig, klasse auszusprechen, ein hochwertiges Orchesterensemble, in Werbersprache ‘Das Orchester der Stadt’, natürlich in Großbuchstaben, ist das Erste was ich assoziiere, wenn ich MPHIL lese.

Also jetzt mal ehrlich, ihr Werbespacken, die ihr für die altehrwürdigen Münchner Philharmoniker die Werbung macht, lasst bitte in Deutschland diese spuckende Wortmarke MPHIL bleiben. Bloß, weil im Ausland kein Mensch vernünftig ‘Münchner Philharmoniker’ aussprechen kann, muss man sich doch nicht gleich klischeehaft an die kaugummikauenden Amerikaner ranwerfen, für die MPHIL klasse auszusprechen und zu merken ist. Benutzt MPHIL im Ausland, aber nur dort wo es vielleicht wirklich eine coole Abkürzung sein könnte, und lasst den Quatsch in Deutschland.

Bin ich glücklich, dass das DSCHAU in Hamburg St. Georg, unser tolles Deutsches Schauspielhaus oder das HATLA, das ehrwürdige 100 Jahre alte Hotel Atlantic, noch nicht auf so ranklotzende und nichts sagende Abkürzungen in ihrer Werbesprache gekommen sind.

Demnächst in dieser Reihe: EPHIL – Seid willkommen Millionen (Euro)!

PS: Weitere Mitspielende: Das SZM: Süddeutsche Zeitung Magazin, Der PDJK: Professor Dr. Joachim Kaiser

PPS: Ach ja, eine Webseite haben sie natürlich auch: www.mphil.de…

Veröffentlicht am 28. Mai 2009 von Markus Merz

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