Sankt Georg: Kirchliches Fußball-WM-Fest am 10.6.2006

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Hamburg, St. Georg, Fußball WM 2006: Das große Kirchen-Fest am 10.6. und eine andere Angelegenheit

Auch die Kirche schließt sich nicht vom Fußball-WM-Fieber aus. Vielleicht gäbe es da auch noch eine andere ‘ewige’ christliche Angelegenheit neben den Spielen zu bedenken?

Internet, Lese-Tipp: ehrenamtliche Kirchen-Angelegenheit

Ein lesenswerter Link-Tipp vorweg. Merlix schreibt in seinem Web-Tagebuch über eine Angelegenheit, die dem christlichen Bürgermeister der Hansestadt Hamburg und seiner Partei mit dem großen C im Namen und den beiden (Amts-) Kirchen anscheinend am Arsch vorbei gehen egal sind. So deutlich darf man das wohl ausdrücken, wenn man von der steigenden Zahl allein Gestorbener erfährt und wie sich die Politik und die beiden (Amts-) Kirchen nicht kaum darum kümmern:

[...] Frater Rafael ist ein ehemaliger Benediktiner, der zusammen mit einem evangelischen Pastor in Hamburg ehrenamtlich die Aufgabe übernommen hat, sich um die Seelsorge für diese vergessenen Toten zu kümmern und das zu tun, was ihm Christenpflicht ist. Gäbe es diese beiden Freiwilligen nicht, wäre da wirklich niemand. Es gibt keine Kirchengemeinde, die sich in solchen Fällen geregelt zuständig fühlen würde, erklärt er mir zu meinem Erstaunen. [...]

Die ganze lesenswerte Geschichte/Reportage gibt es bei Herzdamengeschichten.de: Die vergessenen Toten

Dass diese ‘Angelegenheit’ auch noch zu unchristlich früher Uhrzeit unter quai nicht-öffentlichen Umständen abgewickelt wird, wirft zusätzlich ein ‘verschämtes’ Licht auf die christlichen Institutionen.

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Nachtrag 18.2.2007

Merlix liefert in seinem Blog noch einen aktuellen Nachtrag. Beschämend.

Update/Nachtrag: Frater Rafael – offener Brief an Beust, FAZ – Einsam bis in den Tod

Am 15. Januar 2006 schrieb Frater Rafael einen offenen Brief an den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust im Gästebuch von Hinz & Kunzt (im Rahmen der Diskussion um das Bettler-Verbot):

Von Rafael Frater aus Hamburg
Am 15. Jan 2006

Sehr geehrter Herr von Beust,
als Pastor Jürgen Probst seine ehrenamtliche Arbeit auf dem Öjendorfer Friedhof Ende der 90`aufnahm, waren die Zahlen derer schon relativ hoch ( 380 Menschen!!! ), die er würdig bestattete. Es sind die vergessenen Toten, bzw. der bisherige Name, die “ Zwangsbeigesetzten Menschen”. 2001, als ich dann dazu kam und wir beide diesen Liebesdienst von da an gemeinsam verrichteten, stieg die Zahl jährlich mehr und mehr an. Die Tendenz zeigt uns, dass diese Menge eher nicht rückläufig ist, sondern wir pro Jahr schon 5o Fälle dieser Art mehr haben.

Letztes Jahr haben wir 800 solcher Beerdigungen zu beklagen gehabt. Unter diesen Personen, die wir dort in Öjendorf Woche für Woche bestatten, sind nicht nur alte Menschen, die hochbetagt in Altenheimen versterben, bei denen sich kein Verwandter mehr finden lässt, der die Bestattungskosten tragen kann, wie auch die, die dann vereinsamt und traurig zu Hause verstorben sind. Immer mehr arme Menschen sind es, die wir bei ihrem letzten Gang begleiten. Und, was mich erschreckt, diese Menschen sind alle nicht alt! Sie sind in meinem Alter, Jahrgang 61! Also 45 Jahre alt!

Das möchte ich zu bedenken geben, bei der Diskussion, wie man sich gegenüber Bettlern in der wohl reichsten Metropole Europas verhalten sollte. Ich denke auch, dass die WM, mit der Debatte um Ausgrenzung der Bettler während dieses Events, nur ein Aufhänger, für das ist, was politisch dann im Nachhinein umgesetzt wird.

Ich als Seelsorger bitte Sie hiermit herzlich, diese Thematik behutsam und wohl überlegt zu behandeln, da es sich nicht um sächliche Dinge hierbei handelt, sondern um Menschen, die es auch verdient haben, dass sie mit Würde und Respekt behandelt werden!

Ich erbitte eine Reaktion auf mein Schreiben!

Mit segensreichen und freundlichen Grüßen

Ihr Frater Rafael

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Originallink: Hinz & Kunzt – Gästebuch Seite 1

Ein weiterer Artikel mit auch bundesweiten Daten zum Thema erschien 2004 in der Frankfurter Algemeinen Zeitung (FAZ) der sich hier nachlesen lässt: FAZ.net – Einsam bis in den Tod, von Peter-Philipp Schmitt, 8. Mai 2004

Hamburg, Sankt Georg, Kirche, Fußball-WM Straßenfest: Fest der Völker und Kulturen

Update 12.6.2006: St. Georg, Kirche: Fest der Völker und Kulturen – Bericht und 7 Fotos

Am Samstag, den 10. Juni 2006, einen Tag nach Eröffnung der Fußball-WM 2006, gibt es ein großes Straßenfest von 13:00 bis gegen Mitternacht in der Danziger Straße im Hamburger Stadtteil St. Georg. Rund um den katholischen Dom St. Marien starten die ev. und die kath. Kirche zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in Hamburg die große Fußball-WM-Party, das ‘Fest der Völker und Kulturen’. Los geht das Straßenfest am Mittag (Direkt um 13:00?) mit einem ökumenischen Fest-Gottesdienst unter freiem Himmel. Der Norddeutsche Rundfunk baut eine NDR-Bühne auf und über 50 Gemeinden und Einrichtungen bieten ein buntes Programm u.a. mit Musik-Gruppen und Schülerbands. Auch Hunger und Durst können an den meisten Straßenfest-Ständen gestillt werden. Die fremdsprachigen Gemeinden laden zu einer ‘kulinarischen Weltreise’ ein.

Das Wichtigste (?), die Fußball-WM, kommt auch nicht zu kurz. Alle drei Spiele des Tages werden live übertragen. Vor dem Dom St. Marien steht die Groß-Leinwand, auf der die folgenden Fußball-WM Begegnungen gezeigt werden:

  • 15.00 Uhr: England – Paraguay
  • 18.00 Uhr: Trinidad und Tobago – Schweden
  • 21.00 Uhr: Argentinien – Elfenbeinküste – live aus der AOL-Arena in Hamburg

Ebenfalls am Nachmittag startet auf dem Sportplatz des Lohmühlen-Gymnasiums ein Street-Soccer-Turnier unter der Beteiligung von ca. 40 Mannschaften. Im Lohmühlenpark gibt es den DJK-SportParcour und am Jugendzentrum “Schorsch” die Kletterwand. Ein Mitmach-Angebot der Kitas für alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren wird auch geboten.

Um 23.15 Uhr endet das Fest der Völker und Kulturen mit einem vielsprachigen Abendsegen auf der Bühne vor dem St. Marien-Dom.

Link: fussballkirche.de

Update/Nachtrag I.: Die Fußball-WM im Haus der Jugend (Schorsch 20)

Völlig entfallen war mir beim Veröffentlichen des ursprünglichen Artikels, dass das Haus der Jugend Schorsch 20 am Kirchenweg 20 ebenso wie Balleluja (s.u.) ein Fußball-WM-Studio einrichtet. In diesem HdJ Fußball-WM-Studio werden ebenfalls die Fußball-WM Spiele zu sehen sein.

WM Schorsch in Schorsch 20: Schwerpunkt wird im Haupthaus (Kirchenweg 20) unser WM Studio im neuen Veranstaltungsraum mit Beamer, großer Leinwand sein, mit der Möglichkeit fast alle Spiele gemeinsam zu sehen. Natürlich mit kulinarischem und kulturellen Begleitprogramm!

Link: Schorsch – Fußball WM 2006

Update/Nachtrag II.: Balleluja! – Die Fußball-WM in der St. Pauli Kirche

In dem schönen kleinen verwandten Vorort St Pauli auf der anderen Seite der Stadt gibt es in der St. Pauli Kirche nachmittags auch immer die aktuellen Fußball-WM Spiele zu sehen. Kompliment für das ironische Stoßgebet-Logo zum Motto ‘Balleluja’!

Die Kiezkirche gegenüber von Dock 11 wird an den Wochenenden der WM zum Stadion – zu einem offenen und unkommerziellen Raum für Kinder und Jugendliche, um an der WM dicht dran zu sein. Die Spiele werden live auf Großbildleinwand übertragen. Die St. Pauli Kirche und das WM Fanoffice veranstalten im Kirchenschiff und im Antonipark alternative Fußballkultur. Essen und Trinken gibt’s zu kleinen Preisen. „Fair Play“, „keine Macht den Drogen“ und „Chancen für die Jugend der Welt“ stehen auf dem Programm. Schirmherren sind Andreas Bergmann (Trainer FC St. Pauli), Tim Mälzer (Starkoch), Thees Uhlmann (Sänger / TOMTE) und Bernd Wehmeyer (HSV-Teammanager). Schirmfrau ist Julia Westlake (NDR-Moderatorin).

Link: Balleluja

Foto: Markus Merz 2006, Dom St. Marien in Hamburg Sankt Georg

Veröffentlicht am 27. Mai 2006 von Markus Merz

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