St. Georg, Hansaplatz: Schlichtung endet tödlich für Kellner (Update)

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Holm, Kellner in der Windstärke 11 am Hansaplatz ist tot

(21.3.08) Holm, einer der bekanntesten Tresen-‘Einzelkämpfer’ in der Gastronomie am Hansaplatz, wurde in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag 2008 am Hansaplatz vor dem Lokal Windstärke 11 von zwei unbekannten Männern nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei Hamburg totgeschlagen bzw. totgetreten.

(27.3.2008) Sechs Tage nach der Tat werden die Tatverdächtigen als zwei Rumänen identifiziert. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Betont wird neben umfangreichen Ermittlungen der Mordkommission die Unterstützung durch die Videoüberwachung am Hansaplatz. Fahndungsfotos, Standbilder der Videoüberwachung oder Videoausschnitte werden von der Polizei Hamburg (noch?) nicht veröffentlicht.

(16.12.2008) Prozessauftakt gegen die beiden Rumänen: Vor Gericht wollten sich die beiden Angeklagten gestern nicht äußern. Die beiden Rumänen waren der Polizei ins Netz gegangen, weil sie auf den Bildern einer Überwachungskamera zu sehen waren. Sie konnten identifiziert werden. Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll es im Februar geben. Quelle: MoPo vom 17.12.2008

(16.2.2009) Im Prozess um eine tödliche Attacke auf einen Hamburger Gastwirt hat der Staatsanwalt für die beiden Angeklagten mehrjährige Haftstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge gefordert. Dem 33- und dem 25-Jährigen war ursprünglich Totschlag vorgeworfen worden, weil sie den 44-Jährigen im März 2008 bei einem Streit vor einer Gaststätte in Hamburg-St. Georg so heftig getreten und geschlagen haben sollen, dass er starb. Es sei unklar, wer dem Wirt die tödlichen Verletzungen zugefügt habe, sagte der Staatsanwalt. Für den Älteren forderte er fünf, für den Jüngeren dreieinhalb Jahre Haft. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch. Quelle: dpa via Lübecker Nachrichten

Kommentar: Staatsanwalt hat Beweisproblem? Verteidiger fordern Freispruch?

Was bitte schön hat denn dann die Unterstützung durch die Videoüberwachung am Hansaplatz gebracht? OK, zugegeben, das ist bösartig gefragt. Immerhin war dank der Überwachungskameras die Identifizierung der Täter einfacher. Aber nichtsdestotrotz hat die Videoüberwachung nichts, aber auch gar nichts, gegen die Verübung der brutalen Attacke genutzt. Zusammengeschlagen zu werden und zu wissen, dass das Verbrechen die ganze Zeit freundlichst und evtl. sogar aufmerksamst von der Behörde mit dem Gewaltmonopol gefilmt wird, macht mich wahnsinnig glücklich. Sorry, liebe Befürworter der Videoüberwachung und des Waffenverbots auf dem Hansaplatz, aber das ist zynisch.

Und um den Kommentar noch ein wenig persönlicher und politischer zu gestalten; mein toter Bekannter Holm ist meines Wissens nach immer nur unbewaffnet vor den Tresen gegangen um Streitigkeiten zu schlichten. Seine Autorität, seine Persönlichkeit und der Respekt seiner Gäste haben ihn bei Auseinandersetzungen geschützt. Das sollen sich bitte die Befürworter der anonymen Videoüberwachung hinter die Ohren schreiben, wenn sie vom Schutz der Anwohner, der Hansaplatz Besucher und der dort arbeitenden Menschen schwafeln!

18.2.2009 dpa Kurzmeldung: Sechs Jahre Haft für beide Täter wegen ‘blinder Gewalt’

Für eine tödliche Attacke auf einen Hamburger Gastwirt müssen zwei 33 und 25 Jahre alte Angeklagte je sechs Jahre in Haft. Das Landgericht der Hansestadt verurteilte die beiden Männer aus der Zuhälterszene am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge. Nach Auffassung der Richter hatten sie den 44 Jahre alten Kneipenbesitzer im März 2008 in Hamburg-St. Georg bei einer Schlägerei brutal zu Tode geprügelt und getreten. Der Vorsitzende Richter sprach von «blinder Gewalt». Mit dem Urteil lag das Gericht über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Strafen von fünf sowie dreieinhalb Jahren forderte. Die Anwälte plädierten auf Freispruch.

Quelle: dpa via Die Welt Newsticker

19.2.2009 ‘Die Welt’ mit mehr Details: Wirt zu Tode geprügelt: Täter müssen für sechs Jahre ins Gefängnis

Für eine tödliche Attacke auf den Gastwirt des Lokals “Windstärke 11” müssen ein 33- und ein 25-Jähriger je sechs Jahre in Haft. Das Landgericht verurteilte die beiden Männer aus der Zuhälterszene am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge. Nach Auffassung der Richter hatten sie den 44 Jahre alten Kneipenbesitzer Holm B. im März vergangenen Jahres in seinem Lokal am Hansaplatz (St. Georg) bei einer Schlägerei getreten und schließlich zu Tode geprügelt. Der Vorsitzende Richter sprach von “blinder Gewalt”. Es sei den Angeklagten aber nicht nachzuweisen, dass sie den Gastwirt vorsätzlich töten wollten.

Die beiden aus Rumänien stammenden Verurteilten waren damals direkt nach der Tat von Überwachungskameras am Hansaplatz gefilmt worden. Dadurch konnten sie identifiziert werden.

Quelle: Die Welt – Autor: zv

Pressemitteilungen der Polizei Hamburg zum Tod von Kellner Holm B. in chronologischer Reihenfolge

21.3.2008: Zeugenaufruf nach Tötungsdelikt in Hamburg-St. Georg

Hamburg (ots) – Tatzeit: 21.03.08, 00:20 Uhr Tatort: Hamburg-St. Georg, Hansaplatz

Die Polizei Hamburg fahndet nach zwei unbekannten Männern, die in der letzten Nacht im Verlauf einer Auseinandersetzung den 44-jährigen Wirt eines Lokals mehrfach geschlagen und getreten zu haben. Das Opfer erlag wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Mordkommission des Landeskriminalamtes (LKA 41) hat die Ermittlungen übernommen.

Kurz vor der Tat war es vor dem Lokal zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 45-jährigen Deutschen und den späteren Tätern gekommen. Der Hintergrund des Streits ist noch nicht bekannt. Der 45-Jährige flüchtete sich in das Lokal, wobei ihn einer der Täter verfolgte.

Der 44-Jährige Wirt griff schlichtend ein und schob den Angreifer aus dem Lokal. Vor dem Haus wurde der 44-Jährige dann von den beiden unbekannten Tätern geschlagen und zu Boden getreten. Anschließend flüchteten die Täter in Richtung Stralsunder Straße.

Das Opfer wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Dort verstarb der 44-Jährige wenig später. Die genaue Todesursache wird erst nach der Obduktion feststehen.

Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen der Polizei führten bisher nicht zu Festnahme der Täter.

Beide sind Südländer und zwar möglicherweise Bulgaren. Sie sind beide 20 – 28 Jahre alt, 170 – 175 cm groß und haben eine sportliche Figur. Darüber hinaus ist zu den Männern Folgendes bekannt: Erster Täter: – kurze, schwarze Haare – dunkle Lederjacke – helles Shirt unter der Jacke – blaue Hose

Zweiter Täter: – kurze, dunkle Haare – helle, eventuell beigefarbene Jacke – weißes Shirt unter der Jacke – weiße Mütze – helle Hose

Derzeit werten die Ermittler der Mordkommission unter anderem die Aufnahmen der Videoüberwachung auf dem Hansaplatz aus. Nach ersten Erkenntnissen hatten sich die beiden Täter bereits seit kurz nach Mitternacht im Bereich des Hansaplatzes aufgehalten.

Zeugen, die Angaben zu den Männern machen können, werden gebeten, sich unter Tel.: 4286-56789 beim Landeskriminalamt zu melden.

Quelle: Polizei Hamburg (21.3.2008 12:14 Uhr)

27.3.2008: Mordkommission klärt Tötungsdelikt in Hamburg-St. Georg auf – Tatverdächtige mithilfe der Videoüberwachung identifiziert

Hamburg (ots) – Tatzeit: 21.3.08, 00:20 Uhr Tatort: Hamburg-St. Georg, Hansaplatz

Am 21. März hatten zwei zunächst unbekannte Männer im Verlauf einer Auseinandersetzung den 44-jährigen Wirt eines Lokals mehrfach massiv geschlagen und getreten. Das Opfer erlitt unter anderem mehrere Schädelfrakturen und verstarb wenig später im Krankenhaus. Die Täter flüchteten vom Tatort.

Umfangreiche Ermittlungen der Mordkommission (LKA 41) führten jetzt zur Identifizierung der Tatverdächtigen. Mit entscheidend für diese schnelle Aufklärung der Tat war, dass die Männer von den zur Überwachung des Hansaplatzes installierten Videokameras aufgezeichnet worden waren.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um zwei 25 und 33 Jahre alte Rumänen. Ihr Aufenthaltsort ist zurzeit nicht bekannt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Tatverdächtigen nicht mehr in Hamburg aufhalten. Nach ihnen wird gefahndet.

Quelle: Polizei Hamburg ( 27.3.2008 11:08 Uhr)

Windstärke 11 am Hansaplatz

Das Lokal Windstärke 11 am Hansaplatz ist das ‘blaue i’ in der Kartenmitte.

Heiß gestrickte Annahmen in der Welt

Andre Zand-Vakili will es in der Online-Ausgabe der Welt am 21. März 2008 um 13:06 Uhr schon ganz genau wissen.

Hamburger Wirt von Gästen totgeschlagen

Von ‘Gästen’ war nirgendwo die Rede. Nach meinen Informationen blieben alle anwesenden Gäste im Lokal und erst nach einiger Zeit ging eine Frau nachschauen und fand Holm auf dem Bürgersteig liegend.

Der Betreiber der Kneipe „Windstärke 11“ am Hansaplatz im Bahnhofsviertel St. Georg stand wie fast jeden Tag hinter dem Tresen.

Wäre mir neu, dass Holm der Betreiber der Windstärke 11 ist. Meines Wissens gehört die Windstärke 11 zum Kneipenbestand von Butsche Sass und Holm war Kellner.

Auch wurden die Aufnahmen der Überwachungskameras am Hansaplatz ausgewertet. Darauf sind die beiden Schläger zu sehen, wie sie sich kurz vor der Tat auf dem Platz aufhalten.

Nach Aussage der Polizei Hamburg um 12:14: Derzeit werten die Ermittler der Mordkommission unter anderem die Aufnahmen der Videoüberwachung auf dem Hansaplatz aus. Der Welt-Artikel wurde um 13:06 publiziert und ein paar Minuten wird Andre Zand-Vakili auch für seine persönlichen Interpretationen gebraucht haben.

Die Haltbarkeit der Tatsachenbehauptung Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras sind die beiden Schläger zu sehen bleibt abzuwarten. Der Tatort selbst ist wohl eher schwer einzusehen, weil dort ein Baugerüst steht (Update: Die Planen vor dem Baugerüst waren Fr. Abend hochgezogen). Meine persönliche Vermutung ist, dass eine ‘Pro Videoüberwachung Stimmung’ in Hamburg im Kopf des Verfassers eine Rolle gespielt haben könnte. S.a.:

Symbolfoto: Überwachung / Kamera im Hamburger Hauptbahnhof

Sollte sich bei dem jetzt auf offener Straße vorgefallenem Tötungsdelikt kein Fahndungserfolg per Live-Überwachung einstellen, dann wäre das doch eher peinlich für die Befürworter der Hansaplatz Video Überwachung.

Der Bürgerverein zum Thema Videoüberwachung

Die Videoüberwachung soll wieder verschwinden. Das ungeliebte Nagel-TV soll wieder abrücken. Es kostet viel Geld und bindet Personal und bringt wie durch Antwort auf eine kleine bürgerschaftliche Anfrage des Abgeordneten Lutz Kretschmann- Johannsen nachgewiesen überhaupt nichts.

Quelle der Zitate von Welt Online: ‘Windstärke 11’ – Hamburger Wirt von Gästen totgeschlagen

Links und Lesezeichen

Veröffentlicht am 17. Februar 2009 von Markus Merz

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