Medien, Arbeit: Maximaler Spaß im Job bei n-tv.de

Amazon: Bestseller , Preis-Hits , Suche nach Stellenangebot

Der Ein-Euro-Job ist geradezu ein Luxuseinkommen

Jobs im Medienbereich sind hoch angesehen und werden gerne genommen. Auch extrem gering bezahlte oder gänzlich unbezahlte Praktika im Medienbereich werden gerne von willigen zukünftigen Medienarbeitern abgeleistet. Die Jobangebote auf der Spaßwelle führen allerdings zu merkwürdigen Untertönen, wenn man die geforderten Arbeitsleistungen und die hoch rentablen Entlohnungen der Medienpraktikanten werbewirksam verknüpft.

Inhaltlich unsauber, aber als passende persönliche Assoziation gefällt mir der Artikel Medien: Chefredakteur bekommt Luxus-Testautos in diesem Zusammenhang ganz gut.

Mit ‘Jobangebote auf der Spaßwelle’ ist z.B. Folgendes gemeint:

nachrichtenmanufaktur – Jobangebote

Praktikanten:
Viel arbeiten, wenig oder nichts verdienen, maximalen Spaß haben und etwas lernen – ein Praktikum bei n-tv.de!

Von Politik bis Börse, von Sport bis Chat, von Vermischtes bis Automobil. Die nachrichtenmanufaktur produziert für n-tv das komplette Internet-Angebot und den Teletext. Gleichermaßen nette wie intelligente Praktikantinnen und Praktikanten werden regelmäßig gesucht.

Mindestdauer sechs Wochen, gerne auch länger. Standort: Berlin
Für 2007 sind noch Plätze frei.

Freie Mitarbeiter und Autoren:
Viel arbeiten, angemessen verdienen, maximalen Spaß haben.

Derzeit leider keine vakanten Plätze.

Quelle: Jobangebote am 10.6.2007 bei der nachrichtenmanufaktur

Mich persönlich überkommen beim mehrmaligen Lesen dieser Zeilen doch erhebliche Übelkeitsgefühle – So wie Einem halt übel wird, der maximalen Spaß hat, aber das lebenserhaltende Fressen nicht bezahlen kann. Gerade die Kombination aus “Für 2007 sind noch Plätze frei” für Praktikumsplätze und dem lapidaren “Derzeit leider keine vakanten Plätze” für freie Mitarbeiter erscheint äußerst geschickt zusammen gestellt und erweckt bei mir den Eindruck, dass Kosten erzeugende freie Mitarbeiter und Autoren bei der nachrichtenmanufaktur regelrecht unerwünscht sind.

Entfernt verwandte Fälle finden sich unter dem Stichwort AAL – Andere Arbeiten Lassen.

Partoffelpunk Kommentator (Link s.u.) Peter H aus B (Nr. 8) findet das völlig normal:

Zum Jobangebot:
Was ist daran verwerflich? Seit wann werden Praktika bezahlt?
Man kanns auch übertreiben mit der Subjektivität.

Nicht viel hinzuzufügen habe ich bei Kommentator (-in?) zaphodia (Nr. 16):

Wie weit ist die Gehirnwäsche schon vorangeschritten, wenn offensichtliche Ausbeutung dreist beworben und auch noch als Selbstverständlichkeit hingenommen werden soll?

Daß Menschen durch Nichtentlohnung ihrer Arbeit ausgebeutet werden, mag Alltag sein (genauso wie Kriege, Hunger(tod), unbehandelte Krankheiten, etc.), deshalb bleibt es nichtsdestotrotz ein Skandal.

Hinweis auf das tolle Stellenangebot gefunden als Nebenbemerkung beim lesenswerten Artikel Der Krieg in den Köpfen der Meinungsmacher beim Pantoffelpunk.

Nach erneutem Lesen des Artikels wird der Brechreiz eher noch stärker…

Veröffentlicht am 10. Juni 2007 von Markus Merz

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