Naherholung, Hamburg: Der Lohmühlenpark darf nicht sterben!

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Lohmühlenpark in Hamburg Sankt GeorgLohmühlenpark in Hamburg Sankt GeorgLohmühlenpark in Hamburg Sankt GeorgLohmühlenpark in Hamburg Sankt Georg

Der Lohmühlenpark ist kurz vor dem Kollaps

Das einzige und extrem genutzte Naherholungsgebiet in St. Georg, der Lohmühlenpark, geht kaputt. Der Park hatte, bedingt durch die extreme ganzjährige Nutzung, keinerlei Chance sich im Herbst oder Winter zu erholen und sieht Ende April bereits aus, wie man es vielleicht Ende August oder zum Herbstanfang erwarten würde.

Dem Lohmühlenpark muss nachhaltig und dauerhaft geholfen werden!

Update: Aktuelle Lohmühlenpark Fotos eingefügt.

Abhängig vom Lohmühlenpark

Warum eine Unterstützung für den Lohmühlenpark von hohem öffentlichen Interesse ist, wird deutlich, wenn man die Funktionen und Abhängigkeiten auflistet.

Weit und breit ist der Lohmühlenpark (Fotos bei Flickr) die einzige öffentlich verfügbare Grünanlage und muss dementsprechend viele Funktionen bereitstellen. Dass alle Funktionen extrem gut angenommen werden und ganzjährig und z.T. ganztägig genutzt werden, wird im Folgenden nicht weiter erwähnt, es ist so. Auch die zahlreichen Tiere dürfen nicht vergessen werden, die den Lohmühlenpark als ‘natürlichen’ Lebensraum nutzen.

Funktionsflächen im Lohmühlenpark

  • Einzige Hunde-Freilauffläche in St. Georg. Nach starkem Regen nahezu unbenutzbar.
  • Großer Kinderspielplatz für die Jüngeren. Häufig völlig überlaufen.
  • Miniatur-Rodelberg
  • Mehrzweck-Sportplatz (Bolzplatz und Basketballfeld). Nicht ausreichend, weswegen auf die umliegenden Grünflächen ausgewichen wird. Speziell beim Basketballfeld auch hohes auswärtiges Interesse und Besucheraufkommen.
  • Zwei Beach-Volleyball Plätze. Dümpeln eher vor sich hin und dienen auch als Buddelfläche für Hunde.
  • Gastronomie: Das Café Oase ist im Wortsinne eine kleine, bezahlbare Oase mitten in St. Georg.
  • Kinder- und Jugendarbeit: Das Spielhaus im Lohmühlenpark, Teil des Netzwerks Schorsch, ist eine der zentralen Anlaufstellen in St. Georg und bietet Hausaufgabenhilfe, Sozialarbeit, Spielgeräte und Essen für jüngere Kinder aus dem Stadtteil an.

Alle Rasenflächen sind bei gutem Wetter Picknickplatz und Einweg-Grillstationen. Zu der Liste hinzu kommt noch der gar nicht gut angenommene Bouleplatz, der in einem recht schlechten Zustand ist und bereits eine ‘geplante’ Wüste bildet.

Anwohner (-interessen) am Lohmühlenpark

Der Lohmühlenpark wird umringt, man könnte auch sagen erdrosselt, von mehreren Institutionen, die stark vom guten Funktionieren des Parks abhängig sind.

  • Krankenhaus St. Georg: ‘Auslauf’ für die Patienten des AK St. Georg
  • Fünf (5!) Kindergärten: Koppelkinder e.V., katholischer Kindergarten, Kindergarten Greifswalder Straße, Kindergarten des AK St. Georg, CVJM Kindergarten. Alle diese Kindergärten nutzen routinemäßig die Spielplätze und Flächen des Lohmühlenparks als natürliche Erweiterung ihrer eigenen Ressourcen.
  • Das Spielhaus im Lohmühlenpark (s.o.)
  • Schulen: Realschule, Gymnasium, Grundschule. Für die Schulen ist der Lohmühlenpark Pausenplatz, Raucherecke und Aufenthaltsfläche bei Freistunden.
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften am Berliner Tor

In den vergangenen Jahren fanden mehrfach große Feste statt, die den Lohmühlenpark als Veranstaltungsfläche genutzt haben

Außerdem nutzen viele der 10.000 Bewohner und 40.000 Beschäftigten im Stadtteil St. Georg den Lohmühlenpark für ungezählte private Veranstaltungen wie Grill- und Kinderfeste.

Forderungen zur Erhaltung des Lohmühlenparks

Es darf nicht passieren, dass der Lohmühlenpark soweit kaputt geht, dass nur eine aufwändige Neubegrünung Abhilfe schaffen kann. Es ist von hohem öffentlichen Interesse, dass der Lohmühlenpark alle Funktionen dauerhaft und nachhaltig bereitstellt. Das Pflege- und Nutzungskonzept, das bei der Neuanlage des Parks galt, muss an die jetzigen Bedingungen angepasst werden.

Kurzfristig ist es erforderlich, dass alle Anwohner, Behörden, Nutzer und privaten Sponsoren (?) an dem sprichwörtlichen ‘einen Strang’ ziehen und dem Lohmühlenpark JETZT die dringend notwendige Hilfe zukommen lassen.

Mittel- und langfristig muss ein Erhaltungskonzept her – und umgesetzt werden, dass den Lohmühlenpark schützt und erhält. Eine Interessengemeinschaft Lohmühlenpark zur Bündelung und Priorisierung der Maßnahmen wäre hilfreich.

Ist-Situation beim Lohmühlenpark

  • Die künstlich angelegte Parkanlage wird intensivst von der Öffentlichkeit genutzt.
  • Dreimal in der Woche kommt ein Mann und reinigt die öffentlichen Flächen und leert die Mülleimer.
  • Die prekäre Situation ist sichtbar, den Parkbenutzern allgemein bekannt und wird anscheinend von allen Anwohnern, Behörden und Nutzern nur passiv wahrgenommen.
  • Eine Bewässerung wird nicht durchgeführt.
  • Eine Bewässerungsanlage existiert nicht.
  • Maßnahmen zur Erhaltung der Grünanlagen erfolgen nicht – jedenfalls nicht sichtbar. Hiermit ist nicht die Pflege in Form von Baumbeschneidung oder das Einsammeln der abgefallenen Blätter im Herbst gemeint. Wichtig für die Erhaltung der Grünanlagen ist auch ein jährliches Neueinsäen von beanspruchten Rasenflächen, evtl. eine weitere schützende Baumreihe am Weg, der diagonal von der Schmilinskystraße zum Café Oase führt, und natürlich ein Bewässerungskonzept. Als letztmögliche Maßnahme muss auch die Sperrung von Teilflächen bis zur Erholung derselben möglich sein.

Wassermanagement – Bewässerung, Regenwassernutzung und Drainage

Das überschüssige Regenwasser (schicke Regenfotos), das auf den Park und die umliegenden Häuser fällt, wird derzeit in die Kanalisation abgeführt. Die (akut notwendige) Bewässerung muss mit teurem Trinkwasser durchgeführt werden.

Wasserversorgung: Ist es unmöglich das überschüssige Regenwasser in mehreren dezentralen Wasserspeichern oder Zisternen zu sammeln und bei Bedarf als Nutzwasser dem Lohmühlenpark zur Bewässerung (tolle Fotos!) zuzuführen?

Speicherte man allein das Regenwasser von den großen und hohen (!) Dachflächen der umliegenden Gebäude (Dom, Krankenhaus, Schulen) in zwei bis drei Wasserspeichern oder Wassertürmen (Fotos), dann hätte man die Basis für ein nachhaltiges Wassermanagement. Alle Gebäudeinhaber müssten eigentlich ein natürliches Interesse an einem solchen Nutzwasserkonzept haben!? Ganz schick für den Lohmühlenpark wäre eine Bewässerungsautomation (Schon mal das Wort Tensiometer gehört? Weniger notwendig ist hingegen die japanische Technik des Yukitsuri. Hat aber was: 1 2).

Provokant könnte man formulieren “Wasser besser nutzen statt Leute entlassen”. Braucht nicht gerade jemand von der Hochschule für angewandte Wissenschaften am Berliner Tor ein Thema für eine Diplomarbeit? “Nachhaltiges Wassermanagement im kommunalen Umfeld am Beispiel einer intensiv genutzten Parkanlage” klingt doch nicht schlecht, oder?

Veröffentlicht am 3. Mai 2007 von Markus Merz

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