Hamburg, Tourismus: Museums-Alsterdampfer »St. Georg« darf nicht bei ATG anlegen

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»St. Georg« stillgelegt – Provinzposse um Anlegerechte

Streit: Alster-Touristik untersagt die Nutzung der Stege (s.u.)

Was gestern noch harmlos mit einer kurzen Agenturmeldung über den Alsterdampfer “St. Georg” (ein historisches Dampfschiff) des Vereins Alsterdampfschiffahrt begann, das ist heute bereits ein öffentlich ausgetragener Krieg zwischen der Alster-Touristik GmbH (ATG) und dem Verein Alsterdampfschiffahrt.

Chronik des Alsterdampfers »St. Georg«

Um welchen Alsterdampfer geht es eigentlich:

Das älteste noch erhaltene Schiff der Alsterflotte ist die »St. Georg«. Der Dampfer wurde 1876 auf der Reiherstiegwerft als »Falke« für die Alsterreederei von H.E.Justus gebaut.

63 Jahre lang war der Dampfer im Liniendienst eingesetzt. Nach dem Umbau zum Glattdecker erhielt der Dampfer 1911 einen neuen Namen: »Galatea«.

Acht Jahre später übernahm die Hochbahn AG die Alsterschiffahrt und änderte den Schiffsnamen 1936 in »St. Georg«.

Nach dem Krieg wurde der Dampfer verkauft und gelangte über Umwege nach Berlin. Als Motorschiff »Deutschland« war der Hamburger Veteran auf Havel und Wannsee in Fahrt.

Der Verein Alsterdampfschiffahrt übernahm das Schiff 1989 und ließ es auf der Werft Dresden-Laubegast in den Bauzustand der 30er Jahre restaurieren. Wieder mit einer 2-Zylinder-Dampfmaschine angetrieben kehrte der Dampfer im Sommer 1994 auf die Alster zurück.

Quelle: alsterdampfer.de Chronik der »St. Georg«

Der Alsterdampfer St. Georg im Video

Am Anfang eine Außenaufnahme am Jungfernstieg und dann ein paar Aufnahmen während der Fahrt. Gut ist auch die Maschine zu im Betrieb sehen.

Direktlink zu Dampfschiff St. Georg Hamburg

Vorgeschichte des Streits

So richtig gerne haben sich die Betreiber der Alsterschifffahrt (Alster Touristik) und der Verein Alsterdampfschifffahrt wohl nicht. Im Frühjahr 2005 musste das Oberhafenamt entscheiden, dass die St. Georg ab sofort am Tankstellenanleger Jungfernstieg festmachen darf. Die Alster Touristik hatte das Anlegen dort verweigert. Grund: wegen Bauarbeiten am Jungfernstieg war die Platzkapazität zum Anlegen stark reduziert.

Der Sprecher der Umweltbehörde verkündete, dass bei Fortsetzung des Streits zwischen beiden Institutionen die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt moderierend helfen wird. (Quelle: Zeitung “Die Welt”, 30.März 2005)

Quelle: Museumsalsterdampfer »St. Georg«

Siehe auch abendblatt.de in 2005:

Alsterdampfer “St. Georg” und Alster-Touristik fahren getrennt

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Harmlos geht es 2007 wieder los…

Hamburg (dpa/lno) – Das Traditionsschiff “St. Georg” wird in diesem Jahr ohne Kooperation mit der Alster-Touristik über die Gewässer der Hansestadt dampfen. Der “Verein Alsterdampfschifffahrt” hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag eine Betriebserlaubnis der Stadt erhalten, um unter eigener Flagge zu fahren. Zuvor hatte es Probleme zwischen der Alster-Touristik und dem Verein wegen der Nutzung der Anlegestellen gegeben. Bis 1984 waren Schiffe der Hamburger Hochbahn im Liniendienst auf der Alster und den Kanälen unterwegs, danach übernahm die Hochbahn-Tochter Alster-Touristik den Verkehr als Alster-Kreuzfahrt.

Quelle: Lübecker Nachrichten dpa/regioline vom 22.03.2007 12:44

Humorlos geht es weiter…

“St. Georg” darf nicht anlegen

Streit: Alster-Touristik untersagt die Nutzung der Stege

Mit diesem deutlichen Titel veranschaulicht das Hamburger Abendblatt die Provinzposse die Monopol-Ansprüche Position der Alster-Touristik GmbH.

(…) Auf dem Gewässer tobt ein Kleinkrieg – eigentlich sollte für den historischen Alsterdampfer “St. Georg” des Vereins Alsterdampfschiffahrt morgen die Saison beginnen. Doch jetzt bestätigte der Vereinsvorsitzende Matthias Kruse (41) dem Abendblatt: “Wir müssen den Saisonbeginn auf unbestimmte Zeit verschieben.”

Hintergrund: Bisher durfte der Verein die Stege der Alster-Touristik GmbH (ATG) im Rahmen eines Kooperationsvertrages mitnutzen. Doch da dieser Ende 2006 ausgelaufen ist und sich Verein und ATG nicht über eine Vertragsverlängerung einigen konnten, untersagte die ATG dem Verein jetzt die Nutzung der Stege. Die “St. Georg” kann nun nicht mehr die Museumslinie vom Jungfernstieg über den Anleger Mühlenkamp zum Museum der Arbeit in Barmbek bedienen. (…)

Quelle: Hamburger Abendblatt »St. Georg« darf nicht anlegen

ATG legt nach und verzichtet auf viel Geld …

Schiff lieber verschrotten als dem ‘Gegner’ verkaufen

Keine Flottenvergrößerung, aber auch kein Abgeben an einen konkurrierenden e.V. Ein Aufrüsten der ‘gegenerischen’ Flotte muss um jeden Preis verhindert werden! Wann kommen die alten Duellpistolen zum Einsatz? Kanonen machen sich bestimmt auch gut auf Alsterdampfern?

Streit – Alster-Touristik lässt “Ms Rodenbek” verschrotten, obwohl ein Kaufangebot vorliegt – Wie die Alsterflotte 50 000 Euro versenkt… – Verein Alsterdampfschifffahrt bot 50 000 Euro für die “Rodenbek”. Die ATG lehnte ab. Auch Museumsfahrten gefährdet. (…)

Und das ist nur ein Zitat der Überschriften: Hamburger Abendblatt am 26. März 2007

Ohne Worte…

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Veröffentlicht am 23. März 2007 von Markus Merz

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