Studenten, Internet: Rund um das soziale Netzwerk StudiVZ (div. Updates)

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Studenten-Netzwerk schießt sich in die Knie

StudiVZ? Schon mal gehört? Im November 2006 feierte das im Oktober 2005 gegründete Studenten-Netzwerk StudiVZ im Internet den 1-Millionsten angemeldeten Benutzer. Und natürlich Benutzerinnen. Mit dem Stand von heute (23.11.2006) kann man nur davon abraten, bei diesem Studi-VerZeichnis Mitglied zu sein. Deswegen auch die deutliche Einordnung in die Kategorie “Warnung”.

Anmerkung: Dieser StudiVZ Artikel ist mittlerweile eine halbwegs chronologische Link- und Zitatsammlung zum Thema StudiVZ geworden. Der ehemalige Artikelkern lässt sich weiter unten unter der Überschrift “StudiVZ – das Studenten-Verzeichnis” noch erahnen.

Inhaltsverzeichnis

  • 4.2.2007 – StudiVZ auch für Minderjährige. Kommt SchülerVZ?
  • 11.1.2007 – StudiVZ Blog erst gehackt, dann komplett weg
  • Titanic am 8.1.2007: StudiVZ – The Next Big Nothing
  • 3.1.07 – StudiVZ an Holtzbrinck verkauft
  • StudiVZ – Ältere Nachrichten von Ende 2006
  • StudiVZ – das Studenten-Verzeichnis
  • Aufdeckung der StudiVZ Skandale und Skandälchen
  • StudiVZ – Abschaltungen (unvollständig)
  • StudiVZ – Links und Lesezeichen
  • Persönlicher Kommentar
  • Kann StudiVZ überleben?

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4.2.2007 – StudiVZ auch für Minderjährige. Kommt SchülerVZ?

In einem längeren Blogbeitrag und drei Updates beschreibt Karsten Wenzlaff, Student in Berlin, seine Insider Hintergründe zu einer geplanten StudiVZ Erweiterung, dem SchülerVZ. Nach den peinlichen Pannen bei StudiVZ und rund um die Gründer von Ende 2006 und Anfang 2007 (s.u.) will man jetzt anscheinend auch den Markt der meist minderjährigen Schüler anpeilen. Karsten Wenzlaff schreibt: “Das bedeutet, dass die schon bei StudiVZ aufgetretenen Probleme mit rechten Agitatoren, Pädophilen und Stalkern bei Kindern und Jugendlichen eine ganz neue Relevanz erfahren.”

Aus diesem Grund sollte man, erst recht als Lehrer oder Erziehungberechtigter, die Entwicklung rund um StudiVZ/SchülerVZ und natürlich auch bei allen anderen Schüler-Netzwerken weiter im Auge behalten.

Erste ehrenamtliche Mitarbeiter anderer Organisationen wurden bereits von StudiVZ angeworben. Christian Beilborn (Jugendpresse Deutschland) und Oliver Skopec (ehemals Landesschülerbeirat BaWü, Teil des Teams um den YAEZ-Verlag) haben ihre Ämter niedergelegt und sind dem Ruf von StudiVZ gefolgt.

Ein “Kommentar von Karsten Wenzlaff über seine Rolle:

(…) Ich kann aber kurz zusammen fassen, was mein eigenes Engagement angeht: ich hab das Ziel, eine Schülerplattform aufzubauen, lange unterstützt und versucht, die Leute zusammen zu bringen. Ich hab den Kontakt zwischen Schüler-Register und Christian Beiborn unterstützt, weil ich nicht wollte, dass sich Schüler-Register an StudiVZ verkauft und ich sie beim Relaunch ihrer Plattform in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt habe (und dafür Beratungshonorare in sehr geringem Umfang – weniger als 1500 Euro – bekommen habe). (…)

Nach seinen Informationen hat StudiVZ dem Hauptinvestor, der Verlagsgruppe Holtzbrinck, den Aufbau eines Schülernetzwerks SchülerVZ zugesagt.

Nach außen oho, nach innen pfui!

(…) Das wäre alles gar nicht so schlimm, wenn die StudiVZ-Leute wenigstens eigenen Sachverstand hätten, wenn es darum geht, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder neue Zielgruppen zu erschliessen. Stattdessen sind sie aber schlichtweg zu unerfahren, um zu verstehen, dass die Schüler nicht auf die gleiche Weise ins SchülerVZ reinzuholen sind wie die Studenten. Weder eine richtige Marktanalyse haben sie gemacht, noch wissen sie, wer die Konkurrenten sind, noch wissen sie, wie man an die Schüler rankommt. (…)

Null Ahnung von Schülern

Bei den angepeilten Erfolgszahlen bei Schülern wurde allerdings am meisten geflunkert, als man Holtzbrinck versuchte, für die Übernahme zu begeistern. 1 Million Schüler will man im nächsten Jahr mit einer auf StudiVZ-basierenden Plattform SchülerVZ erreichen, erzählt Ehssan in Gesprächen mit Partnern. Ursprünglich war die Idee, einfach an alle StudiVZ User eine Email zu schreiben und sie bitten, ihre kleinen Geschwister in SchülerVZ reinzunehmen. Ob das funktionieren wird, ist mehr als ungewiss. (…)

Lesenswert auch die Kommentare und weiteren Updates

11.1.2007 – StudiVZ Blog erst gehackt, dann komplett weg

So langsam wird es etwas langweilig mit den ständigen Sicherheitslücken im Umkreis von StudiVZ. Jetzt wurde das Firmenblog gekapert, eine Gegendarstellung (defacement) veröffentlicht, diese gelöscht, dann war sie wieder da und jetzt ist das ganze Blog weg und damit sind auch alle Links zum offiziellen Firmenblog hinfällig. Da hat sich wohl jemand von Konstantin Urban, Chef von Holtzbrinck Networks, provoziert gefühlt?

(…) Selbstverständlich musste man nachrüsten, und das hat StudiVZ getan. Die Datensicherheit ist jetzt gegeben. Unlängst hat der Chaos Computer Club vergebens versucht, sich ins System zu hacken. Auch die Seite ist jetzt stabil. Was ansonsten passiert ist, die Geburtstagseinladung beispielsweise, war unschön und bedauerlich. Aber irgendwann sollte man Dinge gut sein lassen. Immerhin liegt dieser Vorfall schon Monate zurück. (…)

Quelle: manager-magazin.de

Jetzt fragen sich natürlich alle geneigten StudiVZ Beobachter, was denn einige Leute noch so in der Hinterhand haben, was das StudiVZ Hauptsystem schädigen könnte. Nach allen negativen Erfahrungen mit den StudiVZ Sicherheitslücken der letzten Monate ist es jedenfalls keine besonders tolle Idee von StudiVZ (oder von den Investoren), sich mit der vorhandenen Sicherheit bei StudiVZ zu brüsten.

Titanic am 8.1.2007: StudiVZ – The Next Big Nothing

Ende 2006 wurde die Seite voelkischer-beobachter.de (s.u.), die vorher einer Partyeinladung des StudiVZ Gründers Ehssan Dariani im Nazistil gedient hatte, ohne Nachfrage und Erklärung auf die Webseite des Satiremagazin Titanic umgeleitet. Titanic selber hat sich dazu bis jetzt nicht geäußert. Jetzt kommt zum Thema StudiVZ aber ein Titanic typischer Kommentar, der sowohl die Beliebigkeit, als auch die Beliebtheit von StudiVZ in markanter Schärfe geißelt. Nach den Tausenden von Kommentaren im StudiVZ Blog, die jedes Bewusstsein in Sachen Datenschutz vermissen ließen, eine passende Realsatire.

Wie jetzt durch eine Stellungnahme Martinas gegenüber Stefan bekannt wurde, ist StudiVZ ja soooooo geil LOL. Sie habe dadurch mit Mandy, Paolo und Tine, wo sie echt voll lange irgendwie den Kontakt verloren habe, irgendwie wieder voll den Kontakt und sei schon mehrmals von echt schnafte Typen angegruschelt worden. Stefan, den Fabi auf dem Foto irrtümlich als Stephan verlinkt hatte, hielt dagegen, daß er auf dem Foto irgendwie total scheiße aussehe, ne echt, und behielt sich weitere Schritte gegen Fabi, den Arsch ;D (- ne nur Spaß…^^), ausdrücklich vor. Martina ließ offen, ob sie die Provokation in Mandys Blog hinnehmen wolle, und stellte ausdrücklich klar, daß sie mit dieser Schlammvotze irgendwie echt nicht weiter inner Group drinne sein wolle.

Paolo war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen, allerdings kennt er Martina ja auch nur über Fabi.

Quelle: Titanic StudiVZ – The Next Big Nothing

3.1.07 – StudiVZ an Holtzbrinck verkauft

Nach StudiVZ Blog und zusammenfassendem Spiegel Online Artikel Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ wurde StudiVZ, laut Spiegel Online, für einen Betrag “für bis zu 100 Millionen Euro” an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verkauft. Die StudiVZ Pressemeldung enthält keine Zahlen. Ein interner Kommentar im StudiVZ Blog dazu: “@alle : Der bei Spiegel Online genannte Betrag ist total überzogen. Hier findet Ihr die aktuelle Pressemitteilung von uns …”

03.01.2007 – 14:30 Uhr Berlin (ots) – Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hat zum 02. Januar 2007 sämtliche Anteile an studiVZ übernommen. Holtzbrinck war bereits frühzeitig über Holtzbrinck Ventures, dem Venture Capital-Unternehmen der Verlagsgruppe, Gesellschafter der Studierenden-Plattform und verfügte über eine Minderheitsbeteiligung. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Zukünftig wird die Beteiligung innerhalb der Verlagsgruppe von Holtzbrinck Networks gehalten.

Quelle: StudiVZ Pressemitteilung

Nachtrag: Don relativiert die von Spiegel Online genannten Millionen: Die Bedeutung von Millionen auf dem Papier

StudiVZ – Ältere Nachrichten von Ende 2006

Das Folgende zu StudiVZ ist nur ein kurzer Anriss. Wer sich umfassend informieren möchte, der wird unten bei den Links und Lesezeichen viel Lesestoff finden.

Update 4.12.06: StudiVZ: Gesammelte Pressestimmen
Umfassender Pressespiegel (ohne Blogs) vom 3.12.2006 Jörg-Olaf Schäfers am 4. Dezember 2006 um 15:04. Derzeit ist StudiVZ nicht zu erreichen, soll aber nach eigener aussage ab Dienstag, de n 5.12.06 wieder ‘verbessert’ zur Verfügung stehen.

Der größte Investor bei StudiVZ ist seit August 2006 eine Wagniskapital-Tochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehören namhafte Zeitungen wie Die Zeit und Der Tagesspiegel, aber auch die Verlagsgruppe Handelsblatt. Pikant in diesem Zusammenhang ist z.B. das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere. Ist der direkte Zugriff auf die detaillierten Daten und Profile von einer Million Studierenden nicht höchst interessant für zahlende Personaler und Headhunter?

StudiVZ – das Studenten-Verzeichnis

Ein Studenten-Netzwerk wie StudiVZ zielt auf sehr junge Menschen, die evtl. das erste Mal in Ihrem Leben in eine große anonyme Stadt an eine ebenso große und anonyme Universität versetzt werden. Ein sensibler Umgang mit den Privatdaten und auch ein gut bedachter Schutz für die Benutzer sollte selbstverständlich sein.

Unter dem Titel der Campus flirtet schreibt die Frankfurter Rundschau am 24.11.2006:

An den Hochschulen kursiert das Gruschel-Fieber. Die Studierenden haben das Internet als Kontaktbörse entdeckt; soziale Netze für den akademischen Nachwuchs boomen. Der größte deutsche Anbieter Studivz, gerade mal vor einem Jahr gegründet, feierte jetzt eine Million Mitglieder. (…)

Gruscheln ist übrigens der von StudiVZ stolz eingeführte Begriff für Gruppen-Kuscheln.

Bereits am 15.11.2006 berichtete die Frankfurter Rundschau unter StudiVZ unter Beschuss über aufkommende Probleme:

Bewegte Zeiten für Ehssan Dariani: Gerade zwei Wochen ist es her, da holte sich der Gründer des Studentenverzeichnisses (StudiVZ) in München den Internet-Publikumspreis “Online-Star” ab. Vor wenigen Tagen gab der 26-Jährige bekannt, dass die Zahl der studentischen Mitglieder, die StudiVZ als virtuellen Treffpunkt, Kommunikationsplattform und zur Kontaktanbahnung (“Gruscheln”) nutzen, eine Million überschritten habe. In der Blogosphäre vergeht derweil kaum ein Tag ohne Negativ-Schlagzeilen über das junge Startup-Unternehmen – vom Plagiatsverdacht bis hin zur Frage nach der Finanzierung des inzwischen auch in andere europäische Länder expandierenden Dienstes.

Die Aufdeckung von technischen Schlampereien und Mängeln bei StudiVZ eskalierte über öffentlich abrufbare sexistische Videos und Blogeinträge eines der StudiVZ Gründer bis hin zu rein männlichen Benutzergruppen, in denen zum Veröffentlichen von Fotos und Adressdaten möglichst fotogener weiblicher StudiVZ Benutzerinnen aufgerufen wurde. Die Gewinnerinnen eines monatlichen Wettbewerbes durften sich über eine Androhung zum Gruppen-Kuscheln freuen – wenn sie es denn gewusst hätten. Besonders perfide ist eine vom Gruppengründer veröffentliche Mail eines StudiVZ Mitarbeiters vom 25.7.06, in der dieser offenkundig Verständnis für das Gruppenthema zeigt, eine Löschung der allzu offensichtlich lustbetonten (“pornographischen”) Passagen in der Gruppenbeschreibung bittet, um im PS zu übermitteln, dass ein StudiVZ Gründer und er sich über eine Einladung in die Gruppe freuen würde.

U.A. dieses anscheinend geduldete Stalking (deutsch: Nachstellung) der weiblichen Benutzer und die direkt im Internet abrufbaren privaten Daten und Bilder der angemeldeten Benutzer werden wahrscheinlich eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft auslösen.

Aufdeckung der StudiVZ Skandale und Skandälchen

Die Hauptarbeit bei der Recherche, Aufarbeitung und Verfolgung der einzelnen Fäden dieses Netzwerkes von kleinen und großen Unappetitlichkeiten geht auf die so genannte Blogosphäre zurück – die virtuelle Welt der Tagebuch-Schreiber im Internet. Die klassischen Massenmedien erzeugen als Aufnehmer der Geschichte den breit wirkenden Impuls in der Öffentlichkeit.

Am 15.11.2006 greift Spiegel Online das Thema StudiVZ auf:

Umstrittene Geschäftspraktiken, Zweifel am Datenschutz, dubiose Nazi-Witze und unflätige Videos: Die Studenten-Community StudiVZ kämpft mit enormen Problemen – äußerst unpassend angesichts aktueller Verkaufsgerüchte. Mitgründer Dariani gibt zu: “Ich habe viel Mist gebaut.” (…)

Problem 5: Die Ausfälle von Ehssan Dariani. Nicht nur, dass der 26-jährige Startup-Gründer nächtens durch Berlin streift und bizarre Filme von Frauen veröffentlicht, zum Beispiel aus der U-Bahn oder von einer Party-Toilette (vielsagender Titel: “chick auf mitte party // WC”). Schon vor Monaten sicherte sich Dariani die Adressen voelkischer-beobachter.de und voelkischerbeobachter.de. Die Seiten wurden mit einem überarbeiteten Titelblatt der Nazi-Zeitung verziert – eine Party-Einladung sollte das sein. Immerhin thronte der Reichsadler nicht auf einem Hakenkreuz, sondern auf dem Logo von StudiVZ. Die Publikation wurde “Kampfblatt der Vernetzungsbewegung Europas” genannt. (…)

Das Problem? Es wird nicht besser. Nach und nach tauchen immer mehr negative Daten auf. Auch extrem peinliche – und eigentlich bereits gelöschte – Anweisungen nicht 100%ige Fotos und Videos überall zu suchen und zu löschen werden dummerweise öffentlich bereit gehalten.

Update 27.11.2006 beim Spiegel: “Sex-Stalker im Studentennetz” – Der letzte Absatz lässt nichts Gutes schließen:

Unter den Studenten regt sich inzwischen Unmut. Die obersten Studierendenvertreter der Humboldt-Universität zu Berlin zum Beispiel warnen in einer offiziellen Pressemitteilung vor StudiVZ – wegen “Sexismus, entgleister Rhetorik und gravierender Datenschutzmängel”.

Es gäbe noch Unmengen mehr zu berichten. Stand von heute scheint zu sein, dass man dem Unternehmen StudiVZ bis zu einer nachgewiesenen Restrukturierung auf allen Ebenen extrem vorsichtig gegenüber treten sollte. Bevor man StudiVZ private Daten überlässt, sollte man sich als Benutzer sehr genau vergewissern, ob das Unternehmen dieses Vertrauen verdient.

StudiVZ – Abschaltungen (unvollständig)

24.11.2006 00:00 – Das StudiVZ Netzwerk ist abgeschaltet

Die sehr kurzfristige Ankündigung:

Nutzt die Zeit bis Mitternacht! Ab 0 Uhr sind Geisterstunden, denn studiVZ ist dann nicht erreichbar.
Aber mit den ersten Sonnenstrahlen leuchtet auch studiVZ wieder auf.

Update 27.11.2006 – StudiVZ Netzwerk online und jetzt wieder abgeschaltet

Nachdem am 25.11.2006 StudiVZ wieder erreichbar war und mit einigen launigen Blogbeiträgen zur Selbstdarstellung aufwartete, ist StudiVZ am Montag, den 27.11.2006 wieder nicht erreichbar. Auch das Blog ist offline. Vielleicht wurde jetzt ja doch von außerhalb der (endgültige?) Gruschel-Notaus-Knopf gedrückt? (Fortsetzung folgt …)

StudiVZ – Links und Lesezeichen

Artikel und Zusammenfassungen über StudiVZ

Suchen nach StudiVZ

Persönlicher Kommentar

Zuerst wollte ich über das Thema nichts schreiben. Es entwickelte sich zu eklig, es war nicht St. Georg, nicht richtig Hamburg und alle schrieben bereits umfassend darüber.

Mit der letzten schmutzigen Entwicklung läuft die StudiVZ Güllepumpe anscheinend im roten Bereich zur Hochform auf und nach meinem Gefühl hat wohl irgend jemand den Notaus-Knopf betätigt, bevor das stinkende Gemisch ganz oben und außerhalb von StudiVZ bei Holtzbrinck aufschlägt.

Ich halte es für wichtig vor der Firma StudiVZ bei dem jetzigen Stand der Dinge zu warnen. Natürlich sollte man generell im Internet mit der zu offenen Weitergabe von privaten Daten vorsichtig sein.

Wer bei StudiVZ aktuell angemeldeter Benutzer ist, der sollte alle privaten Daten, die nicht die ganze Welt angehen, unverzüglich überprüfen und ggfls. löschen. Auch ein Löschen des Benutzerkontos ist möglich. Sollte StudiVZ noch nicht wieder online sein, dann hilft wahrscheinlich eine Email in Kombination mit dem guten alten Einschreiben weiter.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, verlangt mit der Kündigungsbestätigung eine schriftliche Zusicherung von StudiVZ, dass alle Benutzerdaten auf allen Datenträgern und Servern gelöscht wurden.

Kann StudiVZ überleben?

Etwas dramatischer Titel des Absatzes, aber um mein Vertrauen zurück zu gewinnen müssen ein paar drastische Maßnahmen passieren. Ich zitiere einfach mal einen kurzen nächtlichen Kommentarwechsel mit Robert von basicthing.de Stalking in Social Networks? No go, game over!:

Markus Merz

Sorry Robert, ich gehe da nicht konform mit Deiner Nachsichtigkeit.

Der mittlerweile langsam, stetig und nachhaltig angewachsene Haufen an aufgedeckten Fehlern hat bei mir bereits sehr früh die Alarmlichter leuchten lassen. Auf persönlicher Ebene war bei mir sehr schnell die Grenze zum Ekel überschritten.

Die technischen Probleme waren peinlich. Die persönlichen Fehler waren nicht hinnehmbar. Die politischen Aussagen sind leider keine ‘peanuts’. Die Sicherheitsprobleme sind eine Disqualifikation.

Dass jetzt auch noch Stalking-Gruscheln der fotogenen weiblichen Benutzer mit Mitmach-Wunsch von höchster Ebene auftaucht, ist schon weit über alle Grenzen hinaus.

Wir reden ja nicht zuletzt von einer Verantwortung für die Daten sehr junger Menschen, die vielleicht gerade in die große Stadt an die übergroße Uni gewechselt sind.

Das Tempo und die Uneinsichtigkeit, die Don vorgelegt hat, hat die StudiVZ Macher richtig schön ‘abgelaufen’. Den Ball konnten sie nicht mehr zurück erobern.

Gut, dass die Fakten offen gelegt wurden. Hoffentlich nehmen sich jetzt die bei Don erwähnten Instanzen der Sache an.

Und vielleicht gibt es zukünftig bei solchen Datensammlungen eine Pflicht zum Sicherheits- und Datenschutz-Audit?

Robert Basic

ja, bin ziemlich sprachlos. So kurz vor dem Erfolg und dann zu sehen, wie man sich so unglaublich die Beine stellen kann. Das mit dem anscheinend hausgemachten und tolerierten Stalking – wie soll man es denn sonst bezeichnen – ist .. poah… kA. Bin enttäuscht. Das Einzige was denen noch helfen kann, ist ein erbarmungsloser Manager der alten Schule.

(…)

Markus Merz

Ich glaube nicht, dass ein Manager reicht. Ich sehe da eher eine mehrstufige taskforce, die auf allen Ebenen durchwischt, austauscht, kommuniziert und selbstverständlich alle technischen Stränge penibelst überprüft.

Null-Toleranz ist mittlerweile das Gebot der Stunde.

Ein bisschen Staubwedeln reicht nicht mehr. Auch ein Abschalten aller Funktionen, die noch nicht überprüft wurden, halte ich für notwendig. Zurück zu Version 0.001 und neu aufbauen. Noch sind die Nutzer da.

Ausbeutermentalität gegenüber den eigenen Angestellten und den Benutzern und ihren Daten ist auch rechtlich nicht hinnehmbar. Dazu dann noch die von Anfang an deutlich mitschwingende sexistische Komponente der Führungsebene verlangt nach rollenden Köpfen (Entschuldigung für den martialischen Ausdruck, aber das ist konkret meine Empfindung).

Veröffentlicht am 4. Februar 2007 von Markus Merz
Dirk Hammer | 4. Oktober 2008 | Direktlink

Warum haben diese ganzen Netzwerke denn diese Probleme? Weil sie mit Kapital so gestopft werden und in kürzester Zeit wachsen müssen um extreme Renditen zu garantieren oder für überzogene Preise verkauft zu werden. Mit gesundem Wachstum und gesundem Unternehmertum hat das aus meiner Sicht nicht mehr zu tun. Letztlich zeigt das ja auch die momentane Entwicklung auf den Kapitalmärkten und bei den Banken in den USA und jetzt auch bei uns! Ein gesundes Unternehmen in dem der Kunde und der Mitarbeiter wichtig ist kann nur ein Familienunternehmen sein! Denn hier kann auch mal auf zwei oder drei Prozent Rendite zu Gunsten der Mitarbeiter und Kunden verzichtet werden. Als Aktiengesellschaft oder durch Risikokapital finanziertes Unternehmen undenkbar. Die zwei Säulen eines Gesunden Unternehmens sind zufriedene Mitarbeiter und zufriedene Kunden. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen ein Netzwerk auf zu bauen das ein Familienunternehmen ist und diese Grundsätze verfolgen kann. Einen Ausblick findet ihr bei Interesse unter www.your-mesh.de es handelt sich allerdings noch um eine Beta mit noch nicht allen Funktionen.

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