St. Georg, Hansaplatz: Video-Überwachung ab 2007

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Symbolfoto: Überwachungs-Kamera im Hamburger Hauptbahnhof

Hollywood am Hansaplatz

Der Hansaplatz in St. Georg wird lt. Hamburger Innenbehörde vom kommenden Frühjahr 2007 an mit Videokameras überwacht werden. Sinn der Überwachungsmaßnahme ist die Bekämpfung der Kriminalität. Die Kameras werden im Frühjahr 2007 aufgebaut werden.

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Hollywood immerhin insofern, dass sich bitte niemand einbilden möge, dass eine Video-Überwachung bei Straftaten zu sofortigem Herbeieilen der Polizei führt. Eine Video-Überwachung dient einzig und allein der Aufzeichnung. Wenn also eine Straftat passiert, dann können die Behörden einen Blick auf die Videos werfen und versuchen den Tathergang aufzuklären.

Dass man die Video-Überwachung eines öffentlichen Platzes auch kritisch sehen kann, sei mal am Rande angemerkt. Es gibt zur Video-Überwachung verschiedene Erkenntnisse, z.B. die dass sich Bürger nicht mehr so gerne in ständig überwachten Räumen aufhalten. Erst recht nicht Leute, die etwas zu befürchten haben. Drogendealer und sonstige aufmerksamen Straftäter dürften sich sehr gerne die nicht überwachten Zonen abseits des Hansaplatzes aussuchen z.B. die dunklen Ecken des Spielplatzes Ecke Rostocker und Danziger Straße.

Viele Links zum Thema Video-Überwachung und einige Gedanken dazu befinden sich bereits im Artikel Hamburg, St. Georg, Sicherheit: Weniger Kriminalität durch mehr Überwachung? vom 29.5.2006 (Daher stammt auch das bearbeitete Symbolfoto aus dem Hauptbahnhof).

Wegen diverser aktueller Anlässe eine Auffrischung:

Hansaplatz - Aktuelle Artikel in welt.de

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Die Zeitung Die Welt ist aktuell mit zwei - sich teilweise überschneidenden - Artikeln und ein paar Fakten vertreten:
  • Sicherheit - Eine Stadt wird gefilmt
    Die Videoüberwachung in Hamburg nimmt zu. Als nächstes ist der Hansaplatz in St. Georg an der Reihe, viele weitere werden folgen. Innensenator Udo Nagel lobt das Konzept, aber Wissenschaftler der Uni Hamburg bezweifeln den Nutzen der elektronischen Augen. (...) Quelle:welt.de 29.10.2006
  • Politik - Hansaplatz wird ab Frühjahr 2007 per Video überwacht
    (...) Die Videokameras auf dem Hansaplatz seien nicht zweckdienlich, meint Nils Zurawski, der an der Universität das Forschungsprojekt "Überwachung" leitet, das im Institut für kriminologische Sozialforschung angesiedelt ist.

    "Wir haben Befragungen in St. Georg durchgeführt", erklärt Zurawski. "Die Kameras können helfen, Kriminalität zu vertreiben. Ein Ort mit Videoüberwachung ist aber kein Ort, an dem sich Menschen gern aufhalten." Die Bürger würden die Überwachung zur Kenntnis nehmen, aber versuchen, den Platz zu meiden. "Wenn man dem Hansaplatz etwas Gutes tun will, und er soll ja wieder zum Zentrum eines lebendigen Stadtteils werden, dann lässt man ihn nicht überwachen." (...) welt.de 30.10.2006
  • Die Probleme visueller Überwachung Ein paar sehr kurze Fakten zum Kontrast zwischen Video-Überwachung in U- und S-Bahnen in Hamburg vom 29.10.06 von welt.de.

Aktuelle Artikel in Blogs zu Datenschutz und Überwachung

  • Surveillance Studies, das Forschungsnetzwerk zu Überwachung, Technologie und Kontrolle, greift das Thema auch auf. Ein Link zu der Suche nach Hamburg auf der Webseite.
  • ix von wirres.net greift das Thema Telemediengesetz eher konstruktiv auf und bezieht sich auf den Artikel auf heise.de zu Bundesregierung will Kundendaten für vorbeugende Straftatenbekämpfung:
    (...) sollte der bundestag das telemediengesetz durchwinken und den transparenten bürger gesetzlich festlegen, bin ich dafür die mitgliederzahl des bundestages drastisch zu erhöhen. nämlich auf ungefähr 82 millionen. wenn man bürgerrechte nur noch als abgeordneter bekommt, dann werden wir halt alle abgeordnete. (...)
  • Nico Lumma erregt sich zur Zeit auch gerade über diverse Aspekte wie der Bürger und die Demokratie (Stichwort: "fälschungssichere" Wahlcomputer) für dumm verkauft wird. In seinem Blog lummaland gab es in den letzten Tagen ein paar passende, aber allgemeinere, lesenswerte Artikel: Alles Kriminelle hier! behandelt das vorbeugende Kundendaten-Sammeln, Datenschützer tagen und beklagen behandelt das allgemeine Thema Datenschutz und zitiert:
    (...) Seit dem 11. September 2001 wandelt sich der Staat immer mehr zu einem Präventionsstaat, der sich nicht darauf beschränkt, Straftaten zu verfolgen und konkrete Gefahren abzuwehren. Der Staat verlagert seine Aktivitäten zuneh­mend in das Vorfeld der Gefahrenabwehr. Sicherheitsbehörden gehen der abstrakten Möglichkeit von noch nicht einmal geplanten Taten nach. Immer mehr Daten werden auf Vorrat gesammelt und damit eine Vielzahl unverdächtiger Menschen erfasst. Auch unbescholtene Bürgerinnen und Bürger werden als Risikofaktoren behandelt, ohne dass diese dafür Anlass gegeben haben. Dieses neue Verständnis von innerer Sicherheit führt zu gravierenden Einschränkungen der Freiheitsrechte. (...)
  •  Don Dahlmann von Irgendwas ist ja immer kümmert sich auch um den Datenschutz und die zunehmende Überwachung und Einschränkung und weist außerdem auf ein von ihm mit initiiertes Datensammel-Blog hin: Thema "Demokratie", "Datenschutz", "Persönlichkeitsrechte", Blog: Freiheit kann man nicht kaufen

Kriminologisches Projekt der DFG zu Video-Überwachung

Es gibt ein DFG-Projekt am Institut für kriminologische Sozialforschung an der Universität Hamburg. Das Forschungsprojekt zu "Stadt, Raum, Überwachung“ beschäftigt sich mit Videoüberwachung (CCTV) und räumlicher Wahrnehmung in Hamburg und Nordirland. Die Texte, Links und Lesezeichen geben eine umfassende und überhaupt nicht wissenschaftlich trockene Übersicht.

(...) Eine explorativ-vergleichende Untersuchung (fokussierte Interviews, qualitative Beschreibungen der Orte) in Hamburg und der nordirischen Stadt Belfast zu den Auswirkungen von Überwachungstechnologien auf diese kognitiven Kartierungen und deren Analyse ist das zentrale Anliegen dieser typologischen Forschung und die Grundlage einer kleinen Arbeitsgruppe in Deutschland. (...)

Für die Recherche und zur Verfolgung des Themas eine sehr umfasssende und empfehlenswerte Seite!

Links und Lesezeichen

Die sonst übliche weitere Linksammlung und Verweise auf Google News befinden sich im Artikel Hamburg, St. Georg, Sicherheit: Weniger Kriminalität durch mehr Überwachung? vom 29.5.2006. Im Absatz "Ist technische (Video-) Überwachung eine Lösung?" steckt eigentlich bereits alles drin.

Veröffentlicht am 31. Oktober 2006 von Markus Merz

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