Internet, Video: Warum kauft Google YouTube für 1,65 Milliarden US-Dollar? (Update)

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Kauft Suchmaschine die Zukunft des Fernsehens?

1,65 Milliarden US-Dollar für die kalifornische Internet-Firma YouTube (Deine Röhre), die erst im Februar 2005 gegründet wurde. So viel harte Dollar in Google-Aktien bezahlt Google für die noch defizitäre Video-Webseite YouTube, die gerade einmal 67 Mitarbeiter (lt. Spiegel) hat. Der Google-YouTube Deal ist der erste Kauf/Verkauf einer Internet-Firma im Bereich von „durch Konsumenten erzeugter Inhalt“ über eine Milliarde Dollar.

YouTube zeigt nach eigenen Angaben am Tag über 100 Millionen Videos. Mehr als 65.000 neue Videos werden bei YouTube jeden Tag hochgeladen. Vorsichtig geschätzt dürfte YouTube jeden Tag circa 20 Millionen einzelne Besucher haben.

Google, YouTube

Das Gerücht bringt Google bereits 4 Milliarden

Der Kauf ist aus mehreren Gründen interessant. Ein ganz banaler Fakt ist, dass in den letzten beiden Börsentagen vor der Bekanntgabe des Deals lt. Reuters die Google Aktie gestiegen ist und alleine dieser Anstieg den Wert von Google um ca. vier Milliarden US-Dollar gesteigert hat. Alleine das Gerücht vom Kauf von YouTube durch Google hat also bereits mehrfach den Kaufpreis eingespielt, wenn die Google Aktie den Kurs hält.

Update: Reuters Google to buy YouTube

Jetzt sind es bei Reuters schon sechs Milliarden Kursgewinn:

(...) Google’s stock had already gained about 2 percent on Friday when reports emerged that a deal might be in the works. In two trading days, Google has added around $6 billion in market capitalization, or more than three times what the company has agreed to pay for YouTube. (...)

Update: Und hier die beiden YouTube Gründer Chad and Steve, wie sie kichernd den Verkauf kommentieren (natürlich auf YouTube):

Google Video und YouTube haben 60% Marktanteil

Der Videobereich von Google im Internet hat einen geschätzten Anteil von 10%. Den Videobereich von YouTube im Internet schätzt man auf knapp 50%. Zusammen decken beide Firmen also Pi-mal-Daumen 60% des weltweiten Videoverkehrs im Internet ab.

YouTube hat frische Vertriebsverträge mit den großen Medienfirmen Universal Music Group, Sony BMG und der Warner Music Group. Das bedeutet, dass zusätzlich zu den Unmengen an privaten Videos auch die Film- und Musikhits dieser Firmen – zu mindestens in Ausschnitten – legal auf der YouTube Video-Plattform ausgeliefert werden können. Weitere Vereinbarungen existieren mit den Fernsehgiganten CBS und NBC. Mit diesen Vereinbarungen dürften auch etliche rechtliche Risiken in Bezug auf das unerlaubte Hochladen von Musikclips und Fernseh-Show-Ausschnitten minimiert worden sein.

Auch ein kostenpflichtiges Video-auf-Verlangen Angebot (video on demand) oder Konzept liegt bestimmt bereits in den Schubladen bei Google und YouTube bereit.

Marktforschung – Inhalte und Trends

Google als Internet-Weltmarktführer für Suchanfragen und kontextabhängige Werbung erhält durch den Zugriff auf die YouTube Daten eine gigantische Data-Mining Quelle. Die Beobachtung und Auswertung von YouTube Abrufdaten in Kombination mit den ausgefeilten Google Algorithmen erlaubt eine quantitativ und qualitativ hochwertige Vorhersage und Auswertung von Trends im Video- und Medienbereich. Nach diesen Daten dürften sich Fernsehsender, Plattenfirmen, Musikvideo-Produzenten und Filmfirmen die Finger lecken. Von der Werbeindustrie ganz zu schweigen.

Links und Lesezeichen

Update: Praktisch, dass es auch ein passendes Video von Reuters gibt:

Update: Und hier noch ein englischer Artikel mit sechs Argumenten für den Google/YouTube Deal: Google & YouTube: Maybe it Does Make Sense

Veröffentlicht am 10. Oktober 2006 von Markus Merz

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